Solidarität ist keine Einbahnstraße: Klimaschutz heißt Klassenkampf!

Jaqueline Katherina Singh, Neue Internationale 270, Dezember 2022/Januar 2023

Viel wird über die strategische Ausrichtung der Klimabewegung gesprochen. Das nächste Jahr bringt die praktische Möglichkeit mit sich, den vielen Worten Taten folgen zu lassen. Was ist damit gemeint? Im Januar beginnt die Tarifrunde Öffentlicher Dienst für Bund und Kommunen, im Herbst die für die Länder. Weitere finden bei der Deutsche Bahn AG und anderen Verkehrsbetrieben statt.

Wir schlagen Akivist:innen der Klimabewegung vor, nicht nur gemeinsame Blöcke auf größeren Veranstaltungen zu organisieren, um die Frage des Klimaschutzes in Arbeitskämpfe hineinzutragen, sondern die Kolleg:innen aktiv in ihren Kämpfen zu unterstützen. Ziel muss es sein zu zeigen, dass wir auf ihrer Seite stehen. Denn die Inflation treibt die Preise für Wohnen, Lebensmittel und die Energiekosten in die Höhe. Als Klimabewegung dürfen wir nicht schweigen und tatenlos zusehen, sondern müssen verdeutlichen, dass Klimaschutz eben nicht bedeutet, dass wir kollektiv frieren oder weniger essen. Deswegen sollten wir die Forderungen nach Lohnerhöhungen tatkräftig unterstützen und zeitgleich eigene aufstellen wie eine Übergewinnsteuer auf Energiepreise sowie die Verstaatlichung von Energieunternehmen unter Arbeiter:innenkontrolle. Denn: Es geht nicht nur darum, solidarischen Austausch untereinander zu schaffen, sondern die Grundlage zu legen, gemeinsame Kämpfe zu führen – was auch bedeutet, für politische Forderungen zu streiken.

Was bedeutet das konkret?

Beispielsweise könnten gemeinsame Vollversammlungen in Betrieben einberufen werden, in denen die Situation der Kolleg:innen sowie der Streikverlauf besprochen werden. Darüber hinaus können dann seitens der Umweltbewegung obige Forderungen eingebracht und diskutiert werden. Ebenso können aktive Unterstützung bei Streikposten oder genereller Mobilisierung im Betrieb helfen, aktiv in Gespräche mit Beschäftigten zu kommen.

Wichtig dabei ist, keine Illusionen in die Gewerkschaftsbürokratie zu schüren. Dies gilt insbesondere, wenn es um die Abschlüsse bei Tarifrunden geht. Statt alles abzunicken, um zu Wort zu kommen, gilt es Basisstrukturen der Beschäftigten selbst zu stärken und auch aktiv an die Führungen heranzutreten, wenn es darum geht, selbst gesteckte Ziele wie z. B. aufgestellte Tarifforderungen zu erreichen, diese tatkräftig zu unterstützen. Um dies zu unterstützen, halten wir es für sinnvoll, in Strukturen wie der Vernetzung für kämpferische Gewerkschaften (VKG) aktiv zu sein und diese mit der Klimabewegung zu verzahnen. Wenn ihr Interesse habt, solche Initiativen voranzutreiben, meldet euch bei uns!

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