Arbeiter:innenmacht

Ein weiterer Angriff auf eine Flotilla

Dave Stockton (Workers Power/GB), Infomail 1310, 21. Mai 2026

Am Mittwoch, dem 20. Mai, veröffentlichte Itamar Ben-Gvir, Israels faschistischer Minister für nationale Sicherheit, ein Video auf X, in dem zu sehen ist, wie er Aktivist:innen der „Global Sumud“-Flotilla verspottet, die gezwungen wurden, in Reihen vor ihm zu knien, während ihre Hände mit Kabelbindern auf dem Rücken gefesselt waren. Er schwenkt eine israelische Flagge und ruft: „Willkommen in Israel, wir sind die Hausherren.“

Dieser abscheuliche Vorfall ereignete sich im israelischen Hafen von Aschdod, nachdem 430 Mitglieder der Flottille von israelischen Streitkräften aus fünfzig kleinen Booten entführt worden waren, die mit Hilfsgütern für Gaza in internationalen Gewässern vor Zypern unterwegs waren. Die Organisator:innen der Flottille veröffentlichten eine Erklärung auf X, in der es heißt:

„Unsere Aktivist:innen werden gewaltsam misshandelt, nachdem sie auf See illegal entführt wurden, als sie versuchten, die Blockade von Gaza zu durchbrechen.“ Den Gefangenen wurde nach ihrer Verschleppung kein Zugang zu Anwält:innen gewährt. Nach jüngsten Medienberichten sollen die Teilnehmer:innen der Global Sumud Flotilla und der Freedom Flotilla Coalition doch freikommen und in die Türkei abgeschoben werden, nachdem in israelischer Gefangenschaft degemüdigt, misshandelt und gefoltert würden.

Die Flotilla – die zweite in den letzten Monaten – war am 14. Mai aus der Türkei ausgelaufen, um erneut zu versuchen, humanitäre Hilfe nach Gaza zu bringen, das trotz des sogenannten Waffenstillstands unter einer strengen israelischen Belagerung steht und regelmäßigen israelischen Bombardements ausgesetzt ist. Laut dem Gesundheitsministerium von Gaza wurden seit der Verkündung des Waffenstillstands Anfang Oktober 881 Palästinenser:innen getötet. Seit Beginn des Völkermords in Gaza im Jahr 2023 hat Israel selbst nach konservativen Schätzungen mehr als 72.700 Menschen getötet.

Im April griffen die zionistischen Streitkräfte 22 Boote der ersten Phase der Sumud-Flotilla an und entführten 181 Aktivist:innen, von denen alle bis auf zwei am nächsten Tag auf Kreta freigelassen wurden. Doch zwei wichtige Organisatoren, der spanische Staatsbürger Saif Abu Keschek und der brasilianische Staatsbürger Thiago Ávila, wurden nach Israel gebracht, dort brutal verhört und erst nach 10 Tagen aufgrund internationaler Proteste abgeschoben.

Nach diesem jüngsten Skandal müssen die pro-palästinensischen Bewegungen weltweit von den Regierungen verlangen, die Angriffe auf die Flottillen zu verurteilen – einschließlich der Blockade einer „Landflottille“ in Nordafrika – und fordern, dass Israel die Land- und Seegrenzen des Gazastreifens öffnet, um die unmenschlichen Lebensbedingungen der Bevölkerung zu lindern, deren Häuser, Krankenststionen und Schulen zerstört wurden und die unter Unterernährung und grassierenden durch Wasser übertragenen Krankheiten leidet. Wir müssen den Druck auf westliche Regierungen erhöhen, damit sie ihre militärische und diplomatische Unterstützung für Israel sowie die Verleumdungskampagnen in den Medien und die rechtliche Unterdrückung der Proteste zur Unterstützung der Menschen in Gaza und der Palästinenser:innen einstellen.

  • Solidarität mit den Teilnehmer:innen der Flotilla!
  • Beendet die Belagerung des Gazastreifens und die Angriffe auf die Dörfer und Städte im Westjordanland!
  • Beendet die Unterstützung aller Staaten, die das zionistische Projekt unterstützen!
  • Freiheit für ganz Palästina!

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