Berlin: Aufruf zum Schulstreik gegen die Öffnung der Schulen

Aufruf von REVOLUTION und Lessing Wird Politisch, Infomail 1103, 12. Mai 2020

Am 14. Mai (14.05.) 2020 um 10 Uhr, also nächste Woche Donnerstag, rufen die internationalistische, kommunistische Jugendorganisation REVOLUTION und die antikapitalistische Schulgruppe „Lessing Wird Politisch“ auf, gemeinsam gegen die Schulöffnungen vor der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie (am Alexanderplatz) auf die Straße zu gehen.

Die frühzeitige Öffnung der Schulen ist ein unverantwortlicher Akt, der die Gesundheit von unzähligen riskiert und eine zweite Welle der Pandemie provoziert. Auch wenn die Chancenungleichheit des E-Learnings in den Vordergrund gestellt wurde, machen der überhastete Beschluss und die Durchführung klar, dass durch diese Entscheidung ein rein wirtschaftliches Interesse erfüllt wird. Die Schüler_innen der Abschlussklassen sollen um jeden Preis ihre Prüfungen bewältigen, um dem Arbeitsmarkt zu Verfügung zu stehen. Gleichzeitig können mehr Eltern protestlos die Arbeit wieder aufnehmen, desto mehr Schüler_innen in die Schule zurückgeschickt werden. Dabei werden die Warnungen seitens Virolog_innen in den Wind geschlagen und Sicherheitsmaßnahmen nicht zureichend umgesetzt. Wir müssen diese Entscheidung auch im Zeichen der kommenden Wirtschaftskrise sehen, als eine in einer Reihe von vielen Entscheidungen, die erneut die Schicksale tausender der Rettung der Wirtschaft und damit dem Interesse einiger Weniger, opfern. Generell und schon gar nicht dafür wollen wir Schüler_innen in die Schule gehen und krank werden, nur um das Virus dann erneut in der Gesellschaft zu verbreiten, unsere Liebsten anzustecken oder selbst krank zu werden. Wir möchten nicht für eine zweite Welle des Virus mit verantwortlich sein. Statt uns einfach zurück in die Schule zu schicken sollte zusammen mit Schüler_innen und Lehrkräften das E-Learning besser ausgebaut werden – zukünftig und auch heute sollte uns mehr Mitsprache im Lehrplan, der Unterrichtsgestaltung und natürlich bei wichtigen Themen wie der Schulöffnung während einer Pandemie gegeben werden. Außerdem muss allen Schüler_Innen der Zugang zu lehr- und technischen Mitteln garantiert werden, um sich in vollem Umfang am Unterricht daheim oder in der Schule zu beteiligen.

Deswegen ist unsere Antwort Streik – denn nur mit einem Streik können wir den Druck aufbauen, den es braucht um diese Entscheidung zu kippen und Forderungen für einen besseren Schulalltag während und nach der Pandemie durchzusetzen. Der Schulboykott setzt dabei einen guten Anfang, doch braucht es für den nötigen Druck die Mithilfe der arbeitenden Bevölkerung, eben die Ausweitung zu einem Streik.

Daher fordern wir

  • die Rücknahme der überhasteten Schulwiedereröffnung. Die Gewerkschaft  GEW, VertreterInnen der Lehrer_Innen, Schüler_Innen, Eltern und Virolog_Innen – nicht  Schulbehörden, Staat oder sog. „Expert_Innen“ müssen darüber entscheiden, wann die Schulen eröffnet werden oder nicht.
  • die Ausstattung aller Schüler_Innen mit kostenlosen digitalen  Endgeräten um die individuelle Teilnahme an den E-learningangeboten zu  gewährleisten, sowie kostenloser Internetzugang. 
  • die freiwillige Versetzung aller Schüler_Innen in die nächsthöhere Klassenstufe. 
  • Absage aller Abschlussprüfungen an allen Schultypen und  Anerkennung des Abschlusses für alle SchulabgängerInnen (Abitur, andere  Abschlussprüfungen). Abschaffung des Numerus Clausus (NC) an den  Universitäten und freier Zugang zur Uni für alle AbgängerInnen. 
  • freiwillige Nachhilfe und Unterricht in Kleingruppen, für leistungsschwächere Schüler_Innen, oder solche, die das Gefühl haben nicht gut mitzukommen.

Also schließt euch uns am Donnerstag, den 14.05.2020 um 10 Uhr vor der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie zu einer Kundgebung an.

Bernhard-Weiß-Straße 6  (am Alexanderplatz)

Liebe Grüße und wir freuen uns darauf euch mit uns auf der Straße zu sehen!

REVOLUTION und Lessing Wird Politisch

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