Sergio García, Infomail 1315, 21. Juli 2026
In den letzten Monaten ist der bemerkenswerte politische Fortschritt der Linken immer deutlicher geworden, wie in allen Medien, Meinungsumfragen und Erhebungen zu sehen ist. Noch wichtiger ist jedoch, dass sich dies an der Basis zeigt – an Arbeitsplätzen, Schulen und in Arbeiter:innenvierteln. Es geht nicht mehr nur darum, über die Situation zu diskutieren; wir müssen uns intensiver damit auseinandersetzen, was zu tun ist, um diese sich bietende politische Chance zu nutzen und so viel qualitativere und strategischere Schritte zu unternehmen. Darin liegt die grundlegende Debatte, der sich alle Parteien der Frente de Izquierda y de Trabajadores – Unidad (FIT-U) gemeinsam mit Intellektuellen, gesellschaftlichen Führungspersönlichkeiten und Tausenden von Aktivist:innen und Unterstützer:innen stellen müssen. Der Start der FIT-U-Foren und ihre Weiterentwicklung in den kommenden Tagen ist eine wichtige Gelegenheit, diese gesamte Debatte zu teilen und in die Öffentlichkeit zu tragen. Die erste Sitzung am Montag, dem 29. Juni, brachte Gemeinsamkeiten und Meinungsverschiedenheiten zutage und zeigte – unserer Meinung nach – ein gewisses Unverständnis für die sich bietende Chance und die Voraussetzungen, sie zu nutzen, sowie Unklarheiten und einige Fehlinterpretationen hinsichtlich dessen, was wir vom MST vorschlagen. Deshalb wollen wir in diesem Artikel näher auf einige Elemente eingehen, die wir als entscheidend und strategisch wichtig für die Entwicklung einer mutigen und revolutionären Politik für die kommende Zeit ansehen.
Ein erster und wesentlicher Schritt besteht darin, zunächst die Veränderungen im Land und ihre potenziellen mittel- und langfristigen Auswirkungen richtig einzuschätzen. Denn es mag Organisationen oder Genoss:innen geben, die dazu neigen, das Geschehen eher als „mehr vom Gleichen“ zu betrachten oder lediglich als Wahlkampfthema oder eine Reihe günstiger Umfrageergebnisse. Das ist nicht der Fall – wir erleben etwas viel Bedeutenderes, Ungewöhnlicheres, äußerst Positives und Aufregendes. Diese Analyse vertiefend zu betrachten, ist ein unverzichtbarer erster Schritt.
Wir stehen vor einem beispiellosen Prozess, einem Linksruck, bei dem die revolutionäre Linke – insbesondere Genossin Myriam Bregman und die FIT-U im Allgemeinen – diesen Vorstoß nutzt und aus dieser wachsenden Unterstützung Kapital schlägt, die ihren Höhepunkt noch nicht erreicht hat und wahrscheinlich noch weit von einem Punkt entfernt ist, der uns einschränken könnte. All das stellt uns vor eine historische Herausforderung: dass sich langfristig eine echte Möglichkeit eröffnen könnte, dass – durch eine Kombination aus einem tiefgreifenden Sprung im Klassenkampf, einer scharfen Wende in der Lage und der Entwicklung dieses Linksrucks – die gesellschaftliche Unterstützung für die Linke noch viel weiter wachsen könnte, wodurch die beispiellose Möglichkeit, um die politische Macht im Land zu kämpfen, Realität würde.
Wenn das der Fall ist, bedeutet das, dass wir verstehen müssen: Kein Vorschlag für eine so außergewöhnliche Situation, wie wir sie derzeit erleben und mitgestalten, kann richtig sein, wenn er – grob gesagt – derselbe oder sehr ähnlich ist wie der, der vor diesen Veränderungen existierte. Niemand kann die notwendigen Aufgaben erfolgreich bewältigen, indem er/sie, als wäre nichts geschehen, dieselben politischen Formeln wiederholt, die vor diesen grundlegenden Veränderungen verwendet wurden. Die Veränderungen der Lage und die Aussichten auf weitere Veränderungen stehen im Widerspruch zu einem politischen Konservatismus, der dazu neigt, sich einer Veränderung des bisherigen Status quo innerhalb der Linken oder unserer Koalition zu widersetzen. Wenn sich die Realität ändert, müssen wir offen bleiben und alles ändern, was nötig ist, ohne in Routine oder Formalismus zu verfallen.
Die Situation der FIT-U dient als klares und greifbares Beispiel. Das ist die Front, die wir aufgebaut haben, die wir schätzen und verteidigen – und deren aktuellen Zustand wir einschätzen müssen, ohne in die Falle zu tappen, sie als abstrakte, statische Einheit zu behandeln. Im Gegenteil: Wir müssen das Risiko eingehen, einen dynamischen Vorschlag zu entwickeln, damit sich unsere Front weiterentwickeln und der Herausforderung der Situation, vor der wir stehen, gewachsen sein kann. Wir müssen zunächst verstehen, dass es in der heutigen Situation nicht ausreicht, alle vor uns liegenden politischen Möglichkeiten einzudämmen, zu kanalisieren und zu organisieren. Es braucht viel mehr – etwas Neues und Besseres –, um auf die Gegenwart und vor allem auf das zu reagieren, was noch vor uns liegen könnte.
Das ist ganz klar und notwendig, angesichts der untrennbaren Verbindung zwischen der positiven Dynamik eines Linksrucks, der Notwendigkeit mutiger Veränderungen und politischer Maßnahmen sowie der Haltung der FIT-U, ihre Grenzen anzuerkennen, um von diesem Standpunkt aus für ihre eigene Transformation zu kämpfen. In dieser Hinsicht hat die erste Podiumsdiskussion des von der FIT-U organisierten Forums am Montag, dem 29. Juni, gezeigt, dass es – im Falle der PO und der Izquierda Socialista – kein echtes Verständnis oder keine echte Einsicht in die außergewöhnliche Situation gibt, die wir gerade erleben, und in die neuen Aufgaben, die sie uns stellt. Das äußert sich als politisches Problem, das dazu führt, dass sie mechanisch einfach nur mehr vom Gleichen vorschlagen, ohne irgendwelche Änderungen an den rückständigsten und am meisten zu kritisierenden Aspekten unserer Front in Betracht zu ziehen. Und obwohl es immer notwendig ist, selbstkritisch zu sein, gilt das umso mehr, wenn es große Veränderungen gibt, die neue politische und organisatorische Antworten erfordern.
In ihren Beiträgen erklären die Genoss:innen von PO und IS, dass es in Ordnung wäre und die angesprochenen Probleme lösen würde, wenn die aktuelle FIT-U gemeinsame Ausschüsse – oder eine nationale Versammlung, wie die PO hinzufügt – einberufen würde. Leider ist das aber nicht der Fall. Gerade die Tatsache, dass es sich lediglich um eine Wahlfront handelt – der eine echte alltägliche Existenz, fortlaufende politische Debatten oder eine substanzielle Funktionsweise als gemeinsames politisches Instrument fehlen –, hindert uns daran, gemeinsam zu handeln oder wirklich alles zu diskutieren, einschließlich der Fragen nach Ausschüssen, Parteien, Versammlungen, laufenden Kämpfen oder jeglicher anderer Initiative. In dieser Hinsicht sind wir weiterhin der Überzeugung, dass, wenn schon zuvor alle positiven Aspekte der „Linken Front-Einheit“ mit Einschränkungen einhergingen, die sie daran hinderten, weiter voranzukommen, dies angesichts der aktuellen Situation noch offensichtlicher ist. Und die Debatte auf diesem ersten Forum hat deutlich gemacht, dass unsere Genoss:innen von IS und PO das wahre Ausmaß der laufenden Veränderungen noch nicht vollständig erfasst haben und daher nicht die Notwendigkeit sehen, unsere Front zu revolutionieren und den Anforderungen gerecht zu werden. Deshalb sind ihre Vorschläge im Allgemeinen eher das, was wir schon oft gehört haben – basierend auf einem Modell der Linken Front, das sie trotz seiner offensichtlichen Einschränkungen nicht hinterfragen. Auch wir sind dafür, überall gemeinsame Ausschüsse zu fördern; das haben wir ja sogar auf unserem Kongress beschlossen; daher halten wir es für einen Fehler, nicht zu versuchen, sie voranzubringen. Damit das jedoch gelingt, halten wir es für wichtig, eine Einigung über die Strategie und die Ziele dieser Ausschüsse zu erzielen, damit sie nicht zu unnötigen Streitigkeiten führen. In dieser Hinsicht sind für uns die Debatte und die Strategie für den Weg hin zu einer großen gemeinsamen Partei ein zentrales Thema für deren Gründung und für gemeinsame Schritte nach vorne.
Mit einem gründlichen Verständnis für das Ausmaß der Veränderungen, die wir gerade durchlaufen, und für die historische Chance und Herausforderung, die vor uns liegen, schlagen wir vor, auf den Aufbau einer großen, vereinten revolutionären Partei der Linken hinzuarbeiten – oder wie auch immer man sie nennen mag. Auf diesem Weg wäre eine konkrete Möglichkeit, auf eine einheitliche Partei hinzuarbeiten, die die gesamte FIT-U einbezieht – basierend auf ihrem antikapitalistischen und sozialistischen Programm, wobei die erzielten wichtigen Übereinkünfte im Vordergrund stehen und die Tendenzen erhalten bleiben, um die Realität unterschiedlicher Organisationen und Erfahrungen widerzuspiegeln, und wobei Differenzen und Nuancen in Ruhe ausgearbeitet werden, ohne dass jemand seine Identität oder bereits bestehende Meinungen verliert. Dieser Vorschlag kann natürlich nur vorankommen, wenn alle Parteien in der Front den politischen Willen haben, entweder diesen oder einen anderen Vorschlag in dieser Richtung voranzutreiben. Wie wir bereits gesagt haben, gehen wir davon aus, dass mindestens zwei der Kräfte innerhalb der Front es nicht für notwendig halten, diese Themen als aktuell und dringlich anzugehen. Im Fall der PO hat sie auf dem Forum erklärt, dass sie zwar bereit ist, über den Aufbau einer Partei zu diskutieren, doch bisher war dies nichts weiter als eine beiläufige Bemerkung, die in keinem Zusammenhang mit den Vorschlägen steht, die sie auf dem Forum vorgebracht hat – von denen keiner dieses Thema behandelte –, und die im Widerspruch zu diesen steht, während sie – genau wie die IS – vorrangig darauf abzielte, die bestehenden Unterschiede hervorzuheben … kein positiver Beitrag!
Gleichzeitig haben Genoss:innen der PTS vorgeschlagen, eine Bewegung für eine Partei der neuen Arbeiter:innenklasse aufzubauen. Das ist eine allgemeine, unvollständige Definition, die geklärt und in der Realität verankert werden muss. Tatsächlich haben sie beim ersten FIT-U-Forum dieses Thema kaum angesprochen und stattdessen den Schwerpunkt auf eine Darstellung der Details ihrer eigenen politischen Entwicklung und anderer allgemeiner Themen gelegt. In unserem Fall gehen wir von der Prämisse aus, dass wir mit der PTS in der Notwendigkeit übereinstimmen, die Diskussion in Richtung des Aufbaus von etwas Neuem voranzutreiben – sei es eine Bewegung hin zu einer Partei oder eine andere Form, die zur Schaffung eines mächtigen politischen Instruments für die Arbeiter:innenklasse führt –, während wir gleichzeitig Schritte unternehmen, um Tausende neuer Mitglieder zu gewinnen.
Zu diesem Thema äußert die PTS weiterhin kritische Ansichten – obwohl wir bereits Artikel geschrieben, Videos produziert und Erklärungen abgegeben haben, in denen wir unseren gesamten Vorschlag darlegen –, allerdings basieren diese auf einer Fehlinterpretation, da sie einen Vorschlag diskutieren, den wir gar nicht vorbringen. Genosse Christian Castillo erwähnte in seinen Ausführungen, dass die von der MST angesprochene „Tendenzpartei“ in anderen Ländern schlechte Ergebnisse erzielt habe. Und im Bericht über das Forum, der am 30. Juni in „La Izquierda Diario“ veröffentlicht wurde, schreiben sie Folgendes: „Die MST ihrerseits stimmte im Rahmen der sich aus der Situation ergebenden politischen Möglichkeiten zunächst zu, dass die FIT-U nicht mehr ausreicht, und schlug vor, eine neue Art von Organisation – eine breite Partei – aufzubauen, wobei sie jedoch vorschlug, als ‚Partei der Tendenzen‘ zu agieren – ein Modell, das Probleme bei der Konzeption einer demokratisch zentralisierten Partei für den Klassenkampf mit sich bringt, wenn Debatten nicht geklärt werden, wie verschiedene jüngste internationale Erfahrungen gezeigt haben.“ (1)
Um eine bessere Debatte zu fördern, wäre es wichtig, zunächst darüber zu sprechen, was die MST vorschlägt, anstatt über Dinge, die wir nicht vorschlagen. Schließlich haben wir zu keinem Zeitpunkt während dieser offenen Debatte innerhalb der Linken in unserem Land eine breite Partei vorgeschlagen, die verschiedene Tendenzen umfasst. Um genau zu sein, haben wir im Grunde das Gegenteil vorgeschlagen und erklärt, dass unser Vorschlag nichts mit anderen internationalen Erfahrungen zu tun hat, auf die sich unsere Genoss:innen beziehen. Auf dem Forum äußerte sich unser Genosse Alejandro Bodart zu diesem Thema wie folgt:
„Wohlgemerkt, wir sprechen hier nicht von einer ‚breiten Partei‘ wie jenen, die seit 2001 – seit der Jahrtausendwende – entstanden sind, denn diese Parteien haben sich im Wesentlichen um reformistische Kräfte herum organisiert; sie hatten kein Programm des revolutionären Aufstandes, um die Machtfrage zu lösen, sondern waren lediglich Wahlgrößen, die, als sie in eine elektorale Krise gerieten, schließlich zurückwichen – und ihnen fehlte auch eine revolutionäre Methode. Wir sprechen von etwas Neuem, denn es ist in diesem Land beispiellos, dass die revolutionäre Linke diejenige ist, die Boden gewinnt. Daher hat sie das Potenzial, eine große Kraft mit einem revolutionären Programm, einer revolutionären Methode und einer aufständischen Strategie – der Strategie der Arbeiter:innenregierung – zu organisieren; etwas, das weltweit beispiellos ist und nicht nur für die argentinischen herrschenden Klassen einen gewaltigen Schlag bedeuten könnte, sondern auch ein Leuchtfeuer der Hoffnung für andere Bewegungen weltweit wäre, sollten wir Erfolg haben.“ (2)
Dieser Vorschlag hat nichts mit breit angelegten Initiativen zu tun, weder im Wahlkampf noch in irgendeiner anderen Form.
Ähnlich haben wir in einem Artikel, den wir vor ein paar Tagen in Periodismo de Izquierda veröffentlicht haben, Folgendes zu diesem Thema gesagt: „Was die Möglichkeit anbelangt, auf eine Einheitspartei hinzuarbeiten, gibt es natürlich Debatten darüber, wie man das am besten angeht. Unserer Meinung nach müssen wir uns zuallererst darauf einigen, was wir aufbauen wollen. In dieser Hinsicht glauben wir daran und schlagen vor, Schritte zur Gründung einer neuen und großen revolutionären Partei zu unternehmen, die – für den politischen Kampf und den Klassenkampf – Tausende neuer Aktivist:innen und die Mitglieder der Parteien zusammenbringt, die bereit sind, diesen Schritt gemeinsam zu gehen. Wir sprechen weder von einer taktischen Front noch von einer breit aufgestellten Partei noch von einer Wahlorganisation. Wir sprechen vom Aufbau einer revolutionären Partei mit einem revolutionären und sozialistischen Programm, mit der Strategie, dass die Arbeiter:innenklasse die Macht ergreift und ihre eigene Regierung bildet, und die nach der Methode des demokratischen Zentralismus arbeitet.“ (3)
Etwas in diesem Sinne habe ich diesen Montag, den 29. Juni, in meinen Ausführungen beim Forum der Linken Front zum Ausdruck gebracht, als ich darauf hinwies, dass sogar die bolschewistische Partei (also eine revolutionäre Partei – weder breit aufgestellter Natur noch als Wahlpartei) eine gemeinsame Strategie und ein substanzielles Programm für eine Arbeiter:innenregierung hatte und innerhalb dieses Rahmens fortlaufende Debatten führte, Vereinbarungen traf und interne Differenzen beilegte. Wir haben genau dieses Beispiel angeführt, weil wir darüber diskutieren, wie man am besten eine revolutionäre Partei aufbaut – und keine andere. Und wir wollen darauf hinweisen, dass es keinen Widerspruch gibt zwischen dem Aufbau einer großen revolutionären Partei mit Tausenden von Mitgliedern und der Fähigkeit, mit Vereinbarungen, Nuancen und Meinungsverschiedenheiten umzugehen. In Wirklichkeit ist es utopisch zu glauben, dass eine große Partei mit massivem Einfluss immer in allen Punkten vollständige Einigkeit erzielen wird.
Aus diesen Gründen fordern wir die PTS-Genoss:innen dringend auf, sich auf die Debatte über die tatsächlichen Vorschläge der MST zu konzentrieren und Vorschläge, die nicht unsere eigenen sind, beiseite zu lassen, um die Debatte nicht zu verzerren und keine falschen Schlussfolgerungen zu ziehen, die nur dazu dienen können, eine vermeintliche Uneinigkeit zu rechtfertigen. Wir wiederholen dies noch einmal: Wenn wir davon sprechen, auf eine große Partei hinzuarbeiten, meinen wir eine revolutionäre Partei mit einem substanziellen Programm für eine Arbeiter:innenregierung und den Sozialismus. Wir sprechen weder von einer organisatorischen Variante im Wahlkampfstil noch von einer „breiten“ links-reformistischen Partei noch von einer Kopie anderer Erfahrungen wie der französischen NPA oder eines ähnlichen Modells aus einem anderen Land. Wir sprechen von einer Partei, die dazu dient, eine führende Rolle im politischen und Klassenkampf zu spielen, und die in diesem Rahmen auch für den politischen Wahlkampf nützlich ist, ohne dass dies ihre strategische Priorität ist.
Eine solche Partei muss von Anfang an nach dem Prinzip des demokratischen Zentralismus funktionieren, wobei der demokratische Flügel die Führung übernimmt, um die Einbindung neuer Mitglieder sowie die Entwicklung von Meinungen und kollektiver Debatte zu fördern. Gleichzeitig müssen wir sie aus verschiedenen Organisationen zusammensetzen, die sich mit Tausenden neuen Aktivist:innen zusammenschließen, müssen wir – zumindest vorübergehend – die Existenz interner Strömungen zulassen, die die vorherige Entwicklungsstufe widerspiegeln, mit ihren Positionen, Erfahrungen und ihrer Aktivist:innenarbeit im ganzen Land. Das steht dem Funktionieren einer demokratisch-zentralistischen Partei nicht im Wege, die intern und kollektiv debattiert, abstimmt und per Mehrheitsbeschluss über eine bestimmte politische Linie als Reaktion auf jede konkrete Situation entscheidet, wobei Minderheiten diese Realität respektieren.
Wir wollen all diese Themen weiterhin im Geiste der Solidarität diskutieren und uns nach Kräften bemühen, einander wirklich zuzuhören (ein notwendiger Ansatz, wenn wir die Möglichkeit strategischer Vereinbarungen zwischen unseren Organisationen ausloten wollen) – gemeinsam mit den PTS-Genoss:innen, die einen Vorschlag für eine Partei und Ausschüsse zur Erörterung ihrer Gründung vorangetrieben haben. Im Rahmen dieser Debatten und des Austauschs glauben wir, dass die PTS-Genoss:innen einen notwendigen Schritt in Richtung dieses Ziels machen können, indem sie die derzeitigen Komitees für alle Arbeiter:innen und jungen Menschen öffnen, die die politische Aufgabe teilen, am Aufbau einer neuen und großartigen politischen Organisation mitzuwirken und dazu beizutragen – was den gesamten derzeit laufenden Prozess der militanten Organisation stärken und bessere Bedingungen für weitere Fortschritte schaffen würde. Oder zumindest könnten wir an einigen Orten mit gemeinsamen Komitees experimentieren und dann aus diesen Erfahrungen Schlussfolgerungen ziehen. Gleichzeitig halten wir es für eine gute Idee, gemeinsam regionale Koordinierungsbemühungen voranzutreiben, um den Klassenkampf voranzubringen und die in den einzelnen Regionen laufenden Prozesse zu unterstützen. Das ist eine sehr wichtige Aufgabe, die weder im Widerspruch zur Notwendigkeit steht, substanzielle politische Debatten und Vereinbarungen voranzubringen – noch ersetzt sie diese –, was das vorrangige Ziel ist, das wir anstreben müssen.
Die Debatte über diese notwendigen Schritte basiert auf den Vereinbarungen, die bereits bestehen, um sie umzusetzen, sowie auf einer grundlegenden Vision, die wir angesichts der möglichen Perspektive einer Kombination aus einem deutlichen Linksruck, einer Verschärfung des Klassenkampfs und einer schweren Krise für sehr wichtig halten. In dieser dynamischen Kombination – die sozialen Spannungen, politische Konfrontationen mit unseren Klassenfeind:innen und Chancen für den Vormarsch der revolutionären Linken mit sich bringen wird – glauben wir, dass keine einzelne Partei unter denen, die derzeit die Einheitsfront der Linken bilden, allein in der Lage sein wird, einer solchen Herausforderung angemessen und in vollem Umfang gerecht zu werden. Der größte politische Fehler, der begangen werden könnte – falls eine der bestehenden Kräfte das Gegenteil glaubt –, wäre, dass jede Partei ihre eigene politische Ausrichtung entwickelt, basierend auf der Überzeugung, dass sie – durch ihre eigene Entwicklung und aus eigener Kraft – enorme Fortschritte in Richtung eines organischen Einflusses auf die Massen erzielen wird.
Unserer Meinung nach brauchen wir, um die Vision einer großen revolutionären Partei zu verwirklichen, die um den Einfluss auf die Massen konkurriert, die politische und strategische Einheit von Führungskräften, Kadern und Mitgliedern, die bereit sind, gründlich zusammenzuarbeiten – in dem Wissen, wie man all unseren wichtigen Übereinstimmungen Priorität einräumt und gleichzeitig mit verbleibenden Unterschieden oder Nuancen umgeht. Denn in unserem ganzen Land gibt es Unterschiede in der organisatorischen Entwicklung und den Erfahrungen, und keine einzelne Organisation hat eine spezifische Vorherrschaft über die anderen. Aus diesem Grund müssen wir es zu unserer Priorität machen, die besten Kräfte der Linken in einer einzigen Organisation und Strategie zusammenzuführen. Zumindest unter jenen Organisationen, die tatsächlich bereit sind, diese komplexe Herausforderung anzunehmen – eine Herausforderung, die angesichts all dessen, was vor uns liegt, zugleich absolut unerlässlich ist. In dieser Frage können wir nicht umhin, unseren Blick auf unsere eigene Geschichte und die der gesamten revolutionären Bewegung zu richten. Und vor allem müssen wir uns daran erinnern, wie laut dem Historiker und marxistischen Aktivisten Pierre Broué Lenins Partei in den Monaten vor der Oktoberrevolution gestärkt wurde:
„Die bolschewistische Partei von 1917 entstand aus dem Zusammenfluss innerhalb der bolschewistischen Strömung der unabhängigen revolutionären Strömungen, die sowohl aus der Interdistrikt-Organisation als auch aus den zahlreichen internationalistischen sozialdemokratischen Organisationen bestanden, die bis dahin am Rande von Lenins Partei geblieben waren … Die Stärke der vereinigten Partei beruht auf der vollständigen Verschmelzung der verschiedenen Strömungen – zumindest in demselben Maße wie auf der Vielfalt der Wege, die sie durch eine Reihe von Jahren ideologischer Auseinandersetzungen zum gemeinsamen Kampf für die proletarische Revolution geführt haben.“ (4)
Bislang hat sich diese ganze Debatte um den Aufbau einer großen Partei entfaltet, und sie wird sicherlich weitergehen. Es mag auch Genoss:innen geben, die sich fragen oder Zweifel haben, warum es so viel Debatte um die Möglichkeit des Aufbaus einer großen Partei gibt, oder die es vorziehen, sich ausschließlich auf die Debatte über Komitees und deren Nutzen zu konzentrieren oder auf die Förderung anderer Arten von Organisationen, in denen man sich engagieren und aktiv sein kann. Wir unsererseits sind dafür, jeden Bereich des Kampfes, der Organisation und der Selbstorganisation sowie den politischen Austausch und den militanten Aktivismus zu fördern. Gleichzeitig sind wir jedoch überzeugt – und unserer Ansicht nach bestätigt die historische Erfahrung dies –, dass die wesentlichste und strategisch wichtigste politische Aufgabe darin besteht, eine revolutionäre Partei und Führung aufzubauen.
Eine Partei, die um die Führung in Arbeiter:innen- und Jugendorganisationen kämpft, die echte Prozesse der Selbstorganisation fördert und die sich für den Aufbau von Doppelmachtorganen einsetzt. Diese Organe sind für jeden revolutionären Prozess unverzichtbar, ersetzen jedoch nicht die Notwendigkeit einer starken und soliden revolutionären Partei, die unter anderem innerhalb dieser Organisationen gegen die fehlgeleitete Politik anderer reformistischer, bürokratischer, schwankender oder opportunistischer Führungen vorgeht, die im Allgemeinen darauf hinarbeiten, diese dringend benötigten echten Organisationen letztendlich zu zerschlagen.
Lasst uns diese und alle anderen tiefgreifenden Diskussionen bei den nächsten vier Foren der Linken Einheitsfront führen, deren Entwicklung und Fortbestand entscheidend sind, um all diese Debatten fortzusetzen und zu vertiefen – einschließlich derjenigen über internationale Solidarität, Formen der Einheitsaktion und der Einheitsfront, den Aufbau revolutionärer Parteien und das notwendige Programm. Wir sollten auch andere gemeinsame Initiativen fördern, die sich ergeben könnten – bei Treffen, Versammlungen von Aktivist:innen und in jedem demokratischen und kollektiven Raum, der existiert –, an denen die politische Führung der Front, Kader, Aktivist:innen, Unterstützer:innen, Intellektuelle, Gewerkschafts- und Sozialführer:innen sowie alle, die ihre Ideen zu diesem entscheidenden Moment für die antikapitalistische und sozialistische Linke beitragen möchten, teilnehmen können.
„Wege, Methode und Programm zum Aufbau eines politischen Instruments für die Arbeiter:innenklasse in Argentinien und die Rolle der Linken“.
Revolutionärer Internationalismus heute: Programm und Modell für den internationalen Aufbau.
Einheitsfront, Einheit im Handeln und Selbstorganisation. Das Verhältnis zwischen politischen und gewerkschaftlichen Organisationen, der Piquetero-Bewegung und Basisbewegungen.
Parteimethodik und -funktion: Demokratischer Zentralismus, Fraktionen und Klassenkampf. Vorschläge und ein Programm für eine proletarische und sozialistische Lösung in Argentinien.
Datum und Ort stehen noch nicht fest und werden später bekannt gegeben; wir laden euch ein, persönlich dabei zu sein oder die Veranstaltung live online über den YouTube-Kanal von „Periodismo de Izquierda“ zu verfolgen.
(1) Erstes Forum der Linken Front. Vor einem voll besetzten Saal: eine große Debatte über die Herausforderungen für die Linke und die Arbeiter:innenklasse (veröffentlicht in LID).
(2) Argentinien. Debattenforum der Linken Front: Ausführungen von Alejandro Bodart
(3) Sergio García: Die Linke, Komitees, die Partei und die Strategie – wir können noch viel mehr erreichen (veröffentlicht in PDI)
(4) Pierre Broué, Die bolschewistische Partei