Arbeiter:innenmacht

Bolivien: Weg mit der mörderischen, proimperialistischen Regierung Paz!

Movimiento Socialista de los Trabajadores (MST) Bolivien (Unterstützer:innen der ISL in Bolivien), 24. Mai 2026, Neue Internationale 301, Juni 2026

  • Stoppt den als „humanitären Korridor“ getarnten Angriff des Militärs!
  • Organisiert Selbstverteidigung und Selbstversorgung
  • Die Einheit der Arbeiter:innen, Bäuer:innen und der Volksmassen muss regieren, unter der Führung des COB!

Die Regierung der Oligarchie hat erneut Militär und Polizei gegen die mobilisierte Bevölkerung eingesetzt und ihr Ziel mit der Lüge der Eröffnung eines „humanitären Korridors“ verschleiert. Die Führung der 20 Provinzen von La Paz und die Führerinnen der Bartolina-Sisa-Föderation (Organisation indigener Bäuerinnen) prangerten an, dass bei der Operation Schusswaffen zum Einsatz kamen, und das Medizinische Zentrum von Calamarca meldete den Tod des Genossen Víctor Cruz Quispe durch Schüsse in Vilaque, Copara.

In El Alto, Caracollo, Challapata, Achica Arriba und an anderen Blockadepunkten kam es zu Zusammenstößen, bei denen es zu Festnahmen und Verletzungen durch Schüsse und Schrotkugeln kam, die ins Gesicht und in die Beine abgefeuert wurden. Landarbeiter:innen dokumentierten Fotos und Videos von Patronenhülsen, die das Militär auf dem Boden zurückgelassen hatte.

Die Regierung erklärte gegenüber der internationalen Presse, dass im Land alles normal sei, dass es sich bei den Protesten um wenige Randalierende aus dem Westen handele und dass es keine Todesopfer gebe, womit sie die heutigen Tötungen und die vier in der vergangenen Woche getöteten Aktivist:innen der Gemeinden grausam verhöhnte. Der Minister für öffentliche Arbeiten, Zamora, ein Cousin von Rodrigo Paz, stellte sich als Opfer dar und argumentierte, die „humanitäre“ Operation sei von der lokalen Bevölkerung überfallen worden.

Doch die Realität ist, dass die kriminelle Militäroffensive durch die mächtige Mobilisierung zerschlagen wurde. Die mutige Antwort der Massen bestand darin, alle Blockadepunkte zurückzuerobern und den Kampf zu massieren. Zum Zeitpunkt der Abfassung dieser Erklärung gibt es etwa 60 Blockadepunkte im Land.

Diese Regierung der Lügen, eine Marionette des Imperialismus, sollte als eine der schlimmsten Regierungen der Geschichte abgesetzt werden. Nachdem sie Arbeiter:innen und Bäuer:innen als Randalierer:innen bezeichnet und auf sie geschossen hat und nachdem sie die Todesfälle geleugnet hat, erklärt sie sich nun als „humanitär“ und ruft zum Dialog auf. Es gibt nichts Schändlicheres als Rodrigo Paz.

Das Hercules-Flugzeug, das Milei mit Repressionsausrüstung entsandt hat, um die mobilisierten Menschen anzugreifen, wird von der Regierung auch dazu genutzt, Hühner- und Rindfleisch für die Kapitalisten von Santa Cruz zu transportieren, während die Regierung die Kosten für den Lufttransport mit einem Aufschlag auf die Taschen der Bevölkerung von La Paz abwälzt, wo Hühnerfleisch für bis zu 155 Bolivianos (ca. 18,– Euro) und Rindfleisch ab 110 Bs (ca. 13,– Euro) pro kg verkauft wird – exorbitante und unerschwingliche Preise für die verarmte Bevölkerung. Eine Situation, die der Journalismus in den letzten Tagen aufgedeckt hat und die das wahre Gesicht der Regierung entlarvt.

Es gibt nichts zu diskutieren! Gegen den militärischen Ansturm müssen wir die Selbstverteidigung stärken! Einfache Soldat:innen und Polizist:innen: Schließt euch eurem Volk an und richtet eure Waffen gegen die wahre Feindin, die Regierung, ihre Kommandant:innen und Generäl:innen! Wenn ihr das nicht tut, werdet auch ihr von der Revolution überrollt werden.

Verallgemeinert die Selbstversorgung! Der „Caracollo“ mit den Bergarbeitern, die Bauernblockaden und die Stadtteile von El Alto haben den Transport von Medikamenten, Sauerstoff, Krankenwagen und Lebensmitteln koordiniert. Das ist der Weg! Transport und Versorgung stehen nicht unter der Kontrolle von Paz, sondern unter der der mobilisierten Massen; es ist eine praktische Form der Selbstverwaltung.

Nieder mit Paz! Nein zu Wahlfallen! Der Kampf kontrolliert die Autobahnen und Straßen, wir können die Versorgung kontrollieren und Selbstverteidigung aufbauen. Wir müssen dafür kämpfen, dass die gesamte Macht in die Hände des geschmiedeten Bündnisses der Arbeiter:innen, Bäuer:innen und der Volksmassen übergeht. Wir dürfen diese historische Chance nicht verstreichen lassen. Die COB (Gewerkschaftsdachverband) und die kämpfenden Organisationen müssen die Macht übernehmen!

  • Weg mit den Haftbefehlen gegen die Führer:innen des Kampfes!
  • Wir verurteilen scharf das Verbrennen der Wiphala (Flagge der indigenen Völker in den Anden) durch faschistische Minderheiten, die Paz unterstützen!
  • Weg mit dem Yankee-Imperialismus!
  • Nein zur Privatisierung von natürlichen Ressourcen und staatlichen Unternehmen!
  • Für die Wiederbelebung des Produktionsapparates, um die Krise zu überwinden!

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