Arbeiter:innenmacht

Leipzig: Covenant stoppen!

Yorick F., Neue Internationale 304, Oktober 2026

In Leipzig soll eine Waffenfabrik aus dem Boden gestampft werden. Schon ab 2027 soll dort die massenhafte Produktion von Mittelstreckenmarschflugkörpern mit einer Reichweite von über 1.500 Kilometern beginnen. Das ist circa die Strecke von Leipzig bis Moskau. Gebaut wird die Rüstungsfabrik von der US-amerikanisch-israelischen Firma Covenant.

Leipzig soll dabei einer der zunächst drei internationalen Standorte von Covenant werden. Weitere werden gerade in den USA und Israel aufgebaut. Das ist kein Zufall, der Flughafen Leipzig-Halle ist bereits jetzt wichtiges Militärdrehkreuz: US-Militär-Flugzeuge dürfen hier landen und es werden Rüstungsteile u. a. nach Israel versendet.

Der Leipziger Bürgermeister Burkhard Jung begrüßt die Fabrik mit dem „Argument“, sie würde neue Arbeitsplätze schaffen. Wir sagen: Arbeitsplätze sollen nicht für Krieg und Völkermord, sondern für sinnvolle Dinge geschaffen werden!

Laut Covenant selbst soll die Fabrik in Leipzig „das Herzstück“ ihres internationalen Unternehmens werden. Wir werden das verhindern!

Was bedeutet das?

Covenant produziert mit den Mittelstreckenraketen eine Waffe, die in internationalen Kriegen immer wichtiger wird. Auf dem letzten NATO-Gipfel wurde ein „NATO-Bedarf“ von 50 Milliarden Dollar an solchen Raketen beschlossen. Das bedeutet: Auch die Bundeswehr wird höchstwahrscheinlich zentrale Kundin von Covenant werden. Für Leipziger:innen bedeutet die Waffenfabrik also Folgendes:

  • Kürzungen für Gesundheit, Bildung und Soziales

Die Kosten für sein von Covenant produziertes Kriegsgerät holt sich der deutsche Staat bei uns! Schon jetzt sind die Kassen von Sachsen und Leipzig leer, und statt sich das Geld bei den Reichen zu holen, drohen immer weitere Kürzungen. Diese sind kein Naturgesetz, sondern eine politische Entscheidung! Wir fordern 100 Milliarden für Gesundheit, Bildung und Soziales statt für Raketen und Panzer!

  • Leipzig soll kriegstüchtig werden

Die Fabrik wird von Burkhard Jung begrüßt, weil „wir“ uns im Kriegsfall verteidigen müssen. Wir lehnen das ab. Die Produktion von Mittelstreckenraketen ist sicherlich keine Verteidigung von Leipzigs Bürger:innen und deren Interessen – nein, es ist im Gegenteil eine Gefährdung: Dadurch, dass Mittelstreckenraketen so strategisch wichtig sind, wird Leipzig ein (viel wahrscheinlicheres) Kriegsziel.

  • Darüber hinaus lehnen wir die aktuelle Aufrüstung auch zu „defensiven Zwecken“ ab!

Auch diese sind Bestandteil des Programms, die Bundeswehr zur größten konventionellen Armee Europas zu machen, die offensiv wie defensiv die politischen, wirtschaftlichen und geostrategischen imperialistischen Interessen absichern kann. Wir rüsten nicht für Ihre Kriege!

Krieg und Genozid würden noch einmal mehr vor der Haustür beginnen: Ob in Gaza, im Iran, im Libanon oder sonst wo – tagtäglich können wir in den Nachrichten sehen, was die Armeen der USA und Israels, aus denen Covenant stammt, anrichten: Vertreibung, Tod und Genozid. Mit Standorten in den USA und Israel will sich Covenant aktiv daran beteiligen. Leipzig darf kein Standort solch einer mörderischen Verbrecherbande werden! – Wir sagen: Kein Transport und keine Produktion für Krieg und Völkermord!

Wie kämpfen wir dagegen?

Unter der Forderung „Keine Raketenfabrik in Leipzig“ schließen sich Initiativen, Organisationen und Einzelpersonen zu einem offenen Bündnis zusammen. Das heißt, auch du kannst Teil davon werden! Überall dort, wo wir sind und mit anderen Menschen in Kontakt kommen, wollen wir aktiv gegen die geplante Waffenfabrik in Leipzig werden: ob Schule, Uni, Betrieb oder unsere Nachbarschaft. Denn gemeinsam können wir verhindern, dass Leipzig zum Standort einer Raketenfabrik wird!

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