Arshad Shehzad, Neue Internationale 302, Juli / August 2026
Im von Pakistan verwalteten Kaschmir hat der Staat eine systematische Unterdrückungskampagne entfesselt, die durch willkürliche Verhaftungen, politische Verfolgung, Internet-Sperren, Blockaden von Lebensmittel- und medizinischen Lieferungen sowie koordinierte Bemühungen gekennzeichnet ist. Führende Persönlichkeiten der Bevölkerung werden als Verräter:innen gebrandmarkt. Die Verhaftung von Shaukat Nawaz Mir, einer führenden Persönlichkeit des Joint Awami Action Committee (JAAC), ist eine Fortsetzung dieser Politik.
Die Art und Weise seiner Festnahme, die wahllosen Schüsse auf Protestierende in der gesamten Region, die anschließende Veröffentlichung von Filmmaterial seiner Inhaftierung waren kalkulierte Handlungen, die darauf abzielten, Angst zu verbreiten, die Massen einzuschüchtern und die Bewegung zu unterdrücken.
Diese Maßnahmen stellen eine eklatante Verletzung grundlegender demokratischer und Menschenrechte dar. Dies ist nicht bloß ein Angriff auf einen einzelnen Anführer; es ist ein Versuch, eine ganze Massenbewegung zu terrorisieren, ihre Führung zu untergraben und den kollektiven Willen des Volkes zu brechen.
Dem Staat ist es jedoch völlig misslungen, diese Ziele zu erreichen. Anstatt sich zurückzuziehen, hat die Bewegung neuen Schwung gewonnen, wobei Größe und Entschlossenheit der Sitzstreiks und Proteste zunehmen. Dies zeigt, wie tief der Kampf in der kaschmirischen Gesellschaft verwurzelt ist. Trotz unerbittlicher Unterdrückung ist es den Behörden nicht gelungen, die Bewegung zu zerschlagen.
Selbst nachdem Anführer:innen der Bewegung Berichten zufolge gezwungen wurden, Videoerklärungen aufzunehmen, in denen sie sich vom Kampf distanzierten und Anschuldigungen gegen ihn erhoben, hat die Bewegung sowohl an Umfang als auch an politischem Selbstbewusstsein weiter zugenommen. Im ersten Juliwochenende nehmen mehr als 100.000 Menschen an fünf großen Sitzstreiks am Stadtrand von Rawalakot teil, darunter Tausende von Frauen und Kindern.
Neben der physischen Unterdrückung hat die herrschende Klasse eine unerbittliche Propagandakampagne gegen die Sitzstreiks und die Führung des Joint Awami Action Committee gestartet. Sowohl in den elektronischen als auch in den Printmedien wurde der Bewegung vorgeworfen, ausländische Gelder zu erhalten, während ihre Anführer:innen als Agent:innen des indischen Geheimdienstes, als Verräter:innen an Pakistan und sogar als Terrorist:innen dargestellt wurden.
Der Journalist Absar Alam hat offen behauptet, das Joint Awami Action Committee unterhalte Verbindungen zu den Taliban und habe mit terroristischen Organisationen zusammengearbeitet, während er gleichzeitig eine indische Beteiligung unterstellte. Ähnliche Vorwürfe wurden von anderen Medienkommentator:innen wiederholt. Ebenso hat Pakistans Verteidigungsminister Khawaja Asif behauptet, die Menschen in Rawalakot und Mirpur seien „keine echten Kaschmiris“.
Dies spiegelt dieselbe chauvinistische Erzählung wider, die die indische herrschende Klasse und ihre Ideolog:innen seit Jahrzehnten verbreiten. Diejenigen, die lange Zeit behauptet haben, sich für das Selbstbestimmungsrecht des kaschmirischen Volkes einzusetzen, offenbaren nun ihr wahres Gesicht vor genau jenen Menschen, die sie angeblich vertreten. Die gegenwärtige Bewegung hat den grundlegend kolonialen Charakter der Beziehung der pakistanischen herrschenden Klasse zu Kaschmir offenbart.
Im Anschluss an den vom Joint Awami Action Committee organisierten „Langen Marsch“ im vergangenen Jahr wurde nach Verhandlungen ein Abkommen geschlossen. Gemäß diesem Abkommen sollte die 38-Punkte-Charta der „Forderungen“ der Regierung innerhalb von neunzig Tagen umgesetzt werden. Trotz zahlreicher Treffen und Verhandlungsrunden wurde keine der zentralen Verpflichtungen eingehalten.
Infolgedessen setzte das Joint Awami Action Committee der Regierung eine Frist bis zum 30. Mai zur Umsetzung der Vereinbarung und kündigte für den 9. Juni einen weiteren „Langen Marsch“ in Richtung Muzaffarabad an.
Noch bevor der Marsch überhaupt beginnen konnte, erklärte der Staat das „Joint Awami Action Committee“ jedoch am 5. Juni zu einer illegalen Organisation, setzte Kopfgeld auf seine Anführer:innen aus und verübte ein Attentat auf einen seiner wichtigsten Anführer, Umar Nazir Kashmiri. Obwohl Umar Nazir mit Verletzungen überlebte, wurde sein enger Mitstreiter und prominenter Aktivist Shahzaib Habib Jan getötet.
Die Familie von Shahzaib Habib Jan organisierte gemeinsam mit anderen Aktivist:innen eine friedliche Sitzblockade vor dem CMH (Combined Military Hospital; Militärkrankenhaus) Rawalakot und forderte eine Obduktion sowie die Aufnahme einer Strafanzeige (FIR) gegen die für seine Ermordung Verantwortlichen. Anstatt auf diese legitimen Forderungen einzugehen, gingen Angehörige des Frontier Corps (FC), der Punjab Constabulary (PC), der Rangers und der Polizei am Abend des 7. Juni brutal gegen die Demonstrant:innen vor. Sie eröffneten das direkte Feuer auf unbewaffnete Demonstrant:innen, töteten Dutzende politische Aktivist:innen und verletzten Hunderte weitere.
Weit davon entfernt, die Bewegung zu zerschlagen, hat diese brutale Unterdrückung den Widerstand der Bevölkerung nur noch verstärkt. Am 9. Juni durchbrachen Tausende von Menschen trotz Straßensperren, bewaffneter Angriffe und anhaltender staatlicher Gewalt gegen Konvois, die aus Palandri, Kotli und anderen Gebieten anreisten, jedes Hindernis, um Rawalakot zu erreichen und am „Langen Marsch“ teilzunehmen.
Seit dem 10. Juni finden rund um Rawalakot weiterhin friedliche Sitzstreiks statt. Mehrfach versuchten die Behörden, diese gewaltsam aufzulösen, doch der Mut, die Entschlossenheit und die Opferbereitschaft der einfachen Menschen zwangen die Sicherheitskräfte zum Rückzug. Zum Zeitpunkt der Abfassung dieses Artikels halten die Sitzstreiks nicht nur weiterhin an, sondern gewinnen stetig an Umfang und Selbstbewusstsein. Nach 29 aufeinanderfolgenden Tagen hat die Bewegung einen entscheidenden Wendepunkt erreicht.
Die Sitzstreiks in Rawalakot sind zu einem prägenden Moment in der Entwicklung dieses Kampfes geworden. Staatliche Gewalt, die den „Langen Marsch“ stoppen sollte, hat ihn stattdessen in eine lang anhaltende Massenmobilisierung verwandelt. Infolgedessen breitete sich der Widerstand weit über die großen städtischen Zentren hinaus in kleinere Städte, Dörfer und ländliche Gemeinden aus.
Eines der bemerkenswertesten Merkmale dieser Bewegung ist die historische Beteiligung von Frauen. Zum ersten Mal haben Tausende von Frauen ihre Häuser verlassen, um nicht nur an den Aktionen teilzunehmen, sondern auch die politische Ausrichtung der Bewegung mitzugestalten. Ebenso hat die aktive Beteiligung von jungen Menschen, Studierenden und ländlichen Gemeinschaften gezeigt, dass es sich hierbei nicht lediglich um eine Bewegung handelt, die von einer Handvoll Einzelpersonen angeführt wird; sie steht vielmehr für ein tiefgreifendes politisches Erwachen in den Massen.
Diese Bewegung ist der politische Ausdruck jahrzehntelang aufgestauter Wut über wirtschaftliche Ausbeutung, galoppierende Inflation, Arbeitslosigkeit, Privilegien der Elite, staatliche Korruption, politische Entmündigung und nationale Unterdrückung. Das wiederholte Versagen der Regierung, ihre eigenen Vereinbarungen einzuhalten, ihre beharrliche Weigerung, auf die legitimen Forderungen des Volkes einzugehen, und ihre Entscheidung, auf diese Forderungen mit Kugeln statt mit Dialog zu reagieren – all dies zeigt, dass die herrschende Klasse Repression als ihre einzige Antwort auf eine sich verschärfende politische Krise betrachtet.
Der kapitalistische Staat ist keine neutrale Institution, die über der Gesellschaft steht. Er ist ein Instrument der Klassenherrschaft, geschaffen, um die bestehende Gesellschaftsordnung zu verteidigen und zu reproduzieren, die auf Ausbeutung und der Herrschaft der herrschenden Klasse beruht. Wann immer Arbeiter:innen, Jugendliche, Studierende oder unterdrückte Nationen beginnen, sich unabhängig zu organisieren, um ihre Rechte zu verteidigen, offenbart der Staat seinen wahren Klassencharakter.
Die Verschleppungen in Belutschistan, die Unterdrückung von Arbeiter:innenkämpfen in Sindh und im Punjab, politisch motivierte Strafverfolgungen von Aktivist:innen in Khyber Pakhtunkhwa sowie die Verhaftungen, Verbote und die Belagerung, denen Kaschmir heute ausgesetzt ist, sind keine Einzelfälle. Sie sind unterschiedliche Ausprägungen einer einheitlichen staatlichen Politik, die darauf abzielt, die Interessen der herrschenden Elite zu sichern.
Der Zweck dieser Unterdrückung ist unverkennbar: eine klare Warnung auszusenden, dass jede/r, der/die sich kollektiv organisiert, um die Privilegien und die Macht der herrschenden Klasse in Frage zu stellen, mit Gewalt konfrontiert wird. Die einzige Kraft, die in der Lage ist, solche Unterdrückung zu besiegen, ist die organisierte Kraft der Arbeiter:innenklasse selbst. Ohne diese kollektive Stärke läuft jede Bewegung Gefahr, gewaltsam niedergeschlagen oder nach und nach zum Rückzug gezwungen zu werden.
Die gegenwärtige Bewegung hat die nationale Frage in Kaschmir erneut in den Mittelpunkt des politischen Lebens gerückt. Sie hat gezeigt, dass nationale Unterdrückung nicht durch begrenzte Autonomie, Verfassungsreformen oder administrative Umstrukturierungen überwunden werden kann. Seit mehr als acht Jahrzehnten unterwerfen sowohl der pakistanische als auch der indische kapitalistische Staat Kaschmir den strategischen, militärischen und wirtschaftlichen Interessen ihrer jeweiligen herrschenden Klassen. In den von ihnen kontrollierten Gebieten haben beide dem kaschmirischen Volk systematisch sein Recht auf Selbstbestimmung verweigert, während sie gleichzeitig versuchten, ihre Herrschaft durch konkurrierende nationalistische Narrative und diplomatische Rhetorik zu legitimieren.
Wir verteidigen das bedingungslose Recht des kaschmirischen Volkes, über seine eigene politische Zukunft zu entscheiden. Dieses Recht ist kein Zugeständnis, das von irgendeinem Staat, Militär, Gericht oder einer internationalen Institution gewährt werden muss. Es ist ein unveräußerliches demokratisches Recht, das allein dem Volk von Kaschmir zusteht und nicht von politischer Opportunität oder diplomatischen Verhandlungen abhängig gemacht werden darf.
Gleichzeitig betonen revolutionäre Sozialist:innen, dass echte nationale Befreiung nicht unter der Führung der Bourgeoisie oder durch die Intervention imperialistischer Mächte erreicht werden kann. Der Kampf für die Befreiung Kaschmirs muss Teil eines umfassenderen revolutionären Kampfes werden, der von der Arbeiter:innenklasse angeführt wird und sich gegen Kapitalismus, Imperialismus und jede Form nationaler Unterdrückung richtet.
Unser Ziel ist nicht die Schaffung eines weiteren kapitalistischen Nationalstaates. Wir kämpfen stattdessen für eine freiwillige sozialistische Konföderation Südasiens, die durch den revolutionären Kampf der Arbeiter:innenklasse errichtet wird und an der alle Völker des historischen Staates Jammu und Kaschmir – ebenso wie jede andere Nation der Region – gleichberechtigt teilhaben und das bedingungslose Recht auf Selbstbestimmung genießen.
Eine der größten Stärken der gegenwärtigen Bewegung besteht darin, dass sie nicht nur die Unterstützung der Bevölkerung Kaschmirs, sondern auch die unterdrückter Nationalitäten und fortschrittlicher Bewegungen in ganz Pakistan gewonnen hat. Das Baloch Yakjehti Committee (BYC), das Pashtun Tahafuz Movement (PTM), die Bewegung für demokratische Rechte in Gilgit-Baltistan, die Kämpfe für nationale und demokratische Rechte in Sindh und die Saraiki Waseb (Region in Südpunjab) sowie Arbeiter:innen-, Bäuer:innen- und Studentenbewegungen im ganzen Land sehen sich alle mit unterschiedlichen Ausprägungen desselben Systems aus staatlicher Unterdrückung, erzwungenen Verschleppungen, wirtschaftlicher Ausbeutung und nationaler Unterdrückung konfrontiert.
Dies spiegelt die tiefgreifende politische, wirtschaftliche und nationale Krise wider, mit der Pakistans kapitalistische Föderation konfrontiert ist. Aus diesem Grund darf die kaschmirische Bewegung nicht innerhalb regionaler Grenzen verharren. Sie muss bewusst danach streben, ihren Kampf mit dem der Arbeiter:innen und unterdrückten Nationalitäten in ganz Belutschistan, Khyber Pakhtunkhwa, Sindh, Gilgit-Baltistan, dem Saraiki Waseb und dem übrigen Pakistan zu vereinen. Führende Persönlichkeiten des Joint Awami Action Committee, darunter der JKLF-Führer Amanullah (JKLF: Jammu and Kashmir Liberation Front; Vereinte Front für die Befreiung Jammus und Kaschmirs), haben ausdrücklich zu einer solchen Einheit aufgerufen und die Arbeiter:innen und unterdrückten Völker in ganz Pakistan dazu aufgefordert, sich dem Kampf gegen die unterdrückerische herrschende Elite anzuschließen.
Wir lehnen die Vorstellung ab, dass die nationale Frage bis nach dem Klassenkampf aufgeschoben werden oder der Kampf gegen nationale Unterdrückung irgendwie vom Kampf gegen den Kapitalismus getrennt werden könne. Aus marxistischer Sicht sind beide untrennbar miteinander verbunden. Der Kampf gegen nationale Unterdrückung stärkt den Kampf gegen kapitalistische Ausbeutung, während der Kampf gegen den Kapitalismus die einzige konsequente Grundlage für echte nationale Befreiung bildet. Aus diesem Grund verteidigen wir bedingungslos das Selbstbestimmungsrecht jeder unterdrückten Nation und setzen uns gleichzeitig für die revolutionäre Einheit der Arbeiter:innen über alle nationalen Grenzen hinweg ein.
Die gegenwärtige Bewegung in Kaschmir stellt einen wichtigen Schritt in diese Richtung dar. Wenn es ihr gelingt, ihren volksnahen, klassenorientierten und demokratischen Charakter zu vertiefen, die Bildung demokratisch gewählter Nachbarschafts- und Betriebskomitees zu fördern, diese Komitees zu einem koordinierten Netzwerk zu verbinden und praktische Einheit mit den Arbeiter:innen und unterdrückten Völkern in der gesamten Region zu schmieden, hat sie das Potenzial, nicht nur zu einem Wendepunkt in der Geschichte Kaschmirs zu werden, sondern zum Beginn einer neuen revolutionären Periode auf dem gesamten indischen Subkontinent.
Die Führung der Bewegung muss sicherstellen, dass alle wichtigen Entscheidungen im Rahmen einer demokratischen Konsultation mit den Massen getroffen werden. Die Beteiligung und Vertretung von Frauen, Jugendlichen und der Arbeiter:innenklasse muss auf allen Ebenen gestärkt werden, während Basisausschüsse demokratisch gewählt, koordiniert und befähigt werden sollten, sowohl politische als auch wirtschaftliche Programme zu formulieren.
Die Sitzstreiks, Massenversammlungen und lokalen Komitees müssen sich über ihre Rolle als reine Protestzentren hinaus weiterentwickeln. Sie sollten zu Zentren der politischen Bildung, der demokratischen Teilhabe, der Organisation und der kollektiven Entscheidungsfindung werden – zu Keimzellen einer echten Volksmacht.
Die gegenwärtige Massenbewegung in Kaschmir hat gezeigt: Wenn sich Arbeiter:innen, Jugendliche, Frauen und die Unterdrückten gemeinsam organisieren, können selbst die brutalsten Formen staatlicher Repression ihren Kampf nicht auslöschen. Die Geschichte lehrt uns jedoch, dass Mut, Opferbereitschaft und anhaltender Protest allein keinen Sieg garantieren. Ohne ein klares revolutionäres Programm, eine demokratische Organisation und eine Führung durch die Arbeiter:innenklasse läuft jede Bewegung Gefahr, entweder im Blut versenkt oder durch Verhandlungen, begrenzte Reformen und Wahlillusionen neutralisiert zu werden.
Die nächste Phase des Kampfes muss daher über die bloße Aufrechterhaltung des Protests hinausgehen. Sie muss die Macht des Volkes in organisierte politische Macht umwandeln.
In jedem Sitzstreik, jeder Stadt, jedem Dorf, jeder Bildungseinrichtung und jedem Arbeitsplatz sollten demokratisch gewählte Aktionskomitees eingerichtet werden. Diese Komitees sollten auf lokaler Ebene demokratische Autorität ausüben und sich gleichzeitig auf nationaler Ebene über das JAAC koordinieren. Solche Organe können zu Keimzellen der Arbeiter:innendemokratie werden und den Grundstein für eine neue Form der Volksmacht legen.
Die Wahlinstitutionen des bestehenden kapitalistischen Staates übertragen keine echte Macht an das Volk; sie verleihen lediglich der fortbestehenden Herrschaft der herrschenden Klasse neue Legitimität. Im Gegensatz dazu fordern wir die Wahl einer souveränen revolutionären verfassunggebenden Versammlung, die unter der demokratischen Kontrolle der Volkskomitees gewählt wird. Eine solche Versammlung würde eine Plattform bieten, von der aus Arbeiter:innen, Bäuer:innen, Frauen, Jugendliche und alle unterdrückten Schichten der Gesellschaft offen für ihr eigenes politisches Programm kämpfen könnten, während sie es den Massen ermöglicht, sich durch ihre eigenen Erfahrungen auf den Sturz des Kapitalismus und die Errichtung einer Arbeiter:innenregierung vorzubereiten.
Es muss auch anerkannt werden, dass nationale Befreiung, demokratische Rechte und soziale Gerechtigkeit im Rahmen des Kapitalismus nicht vollständig verwirklicht werden können. Der Kapitalismus selbst reproduziert nationale Unterdrückung, Ausbeutung, Privatisierung, Inflation, Arbeitslosigkeit und Krieg. Das Eintreten für die Befreiung Kaschmirs muss daher bewusst mit dem gemeinsamen revolutionären Kampf der Arbeiter:innenklasse in ganz Südasien gegen Kapitalismus, Imperialismus und nationale Unterdrückung verknüpft werden.
Heute sind Pakistan, Indien und Südasien insgesamt von einer tiefgreifenden wirtschaftlichen und politischen Krise erfasst. Vom IWF auferlegte Sparmaßnahmen, Privatisierung, Massenarbeitslosigkeit, galoppierende Inflation, Angriffe auf das Gesundheits- und Bildungswesen sowie ständig steigende Militärausgaben stellen konzertierte Angriffe auf die arbeitende Bevölkerung in der gesamten Region dar. Diese gemeinsamen Bedingungen bilden die objektive Grundlage für einen vereinten Kampf von Arbeiter:innen, Bäuer:innen, Jugendlichen und unterdrückten Nationalitäten.
Die Bewegung in Kaschmir muss daher die praktische Solidarität mit den Arbeiter:innen sowohl in Pakistan als auch in Indien, mit Bäuer:innenorganisationen, Student:innenbewegungen, fortschrittlichen nationalen Bewegungen und den Kämpfen der Völker von Belutschistan, Sindh, Khyber Pakhtunkhwa, Gilgit-Baltistan und des Saraiki Waseb stärken. Eine solche Einheit bietet die einzige echte Alternative zur Politik der Spaltung, des Chauvinismus und des Nationalismus, die von den kapitalistischen Staaten der Region gefördert wird.
Die entscheidende Voraussetzung für den Sieg ist der Aufbau einer revolutionären sozialistischen Partei, die in der Lage ist, die unmittelbaren Forderungen der Bewegung mit dem Einsatz für die sozialistische Revolution zu verknüpfen, die demokratische Debatte innerhalb der Bewegung zu fördern, die unabhängige politische Führung der Arbeiter:innenklasse zu stärken und die Machtübergabe von der kapitalistischen Elite an die demokratisch gewählten Organe der arbeitenden Massen zu organisieren.
Staatliche Repression lässt sich nicht einfach durch den Austausch einer Regierung gegen eine andere abschaffen. Sie ist im kapitalistischen System selbst verwurzelt. Der Kampf gegen die Repression erfordert daher nicht bloß politische Reformen, sondern den revolutionären Sturz des Kapitalismus.
Unser Ziel ist die Gründung einer freiwilligen sozialistischen Konföderation Südasiens, die die Völker des historischen Staates Jammu und Kaschmir sowie alle anderen Nationen der Region umfasst. Eine solche Föderation würde auf vollständiger Gleichberechtigung, dem bedingungslosen Recht auf Selbstbestimmung und der demokratischen Herrschaft der Arbeiter:innenklasse beruhen. Nur auf dieser Grundlage können nationale Befreiung, echte Demokratie, soziale Gerechtigkeit und die Abschaffung der Ausbeutung eines Menschen durch einen anderen Wirklichkeit werden.
Unsere Forderungen: