Movimiento Socialista de los Trabajadores, Infomail 1317, 27. August 2026
Einer der wichtigsten Aspekte der aktuellen politischen Entwicklungen im Land ist ein bemerkenswerter politischer Vormarsch der Linken, der sich in einer gestiegenen sozialen und politischen Unterstützung äußert, wie immer häufiger durchgeführte Meinungsumfragen zeigen. Das zeigt sich auch in der Sympathie, die ein bedeutender Teil der Bevölkerung an Arbeitsplätzen und Schulen zum Ausdruck bringt, insbesondere gegenüber unserer Genossin Myriam Bregman als führender Persönlichkeit und gegenüber der FIT-U (Frente de Izquierda y de Trabajadores – Unidad; Vereinigte Front der Linken und Arbeiter:innen) im Allgemeinen. Auch unsere Genoss:innen Cele Fierro und Alejandro Bodart, die gerade durch das Land touren, erleben diese Bekundungen der Unterstützung als Ausdruck eines äußerst fortschrittlichen politischen Prozesses und Phänomens, das in vollem Gange ist – eines, an dem wir teilhaben und zu dem wir entschlossen sind, mit aller Kraft beizutragen.
Um die Linke weiter voranzubringen, müssen wir zunächst verstehen, dass sich bereits vor Monaten eine beispiellose, außergewöhnliche Situation abzuzeichnen begann. Wir haben es nicht nur mit einem leichten Anstieg der Unterstützung für die Linke zu tun, noch handelt es sich um ein Problem, das sich auf den Wahl- oder Parlamentsbereich beschränkt. Dieses Phänomen ist vielmehr Ausdruck einer spezifischen Situation, die die Schwächung der Milei-Regierung, die tiefe Krise innerhalb des Peronismus und die Existenz einer antikapitalistischen und sozialistischen linken Kraft vereint, die über die Jahre hinweg konsequent den aufeinanderfolgenden Regierungen die Stirn geboten und die Kämpfe unterstützt hat. Das Ergebnis ist, dass sich gerade jetzt ein sehr bedeutender Teil der Arbeiter:innenklasse und der Jugend – mehrere Millionen Menschen – auf die Seite der Linken und gegen alle anderen stellt. Und dieser Teil könnte in den kommenden Monaten weiter wachsen.
Die Entwicklung dieser Situation – die sowohl eine historische Herausforderung als auch eine beispiellose Chance darstellt – hätte eine gemeinsame Strategie der FIT-U erfordert, was zu Beginn dieses politischen Wandels eindeutig nicht der Fall war; eine Tatsache, die die Differenzen im Laufe der letzten Monate nur noch verstärkt hat. Denn angesichts einschneidender Ereignisse wird jede politische Struktur auf die Probe gestellt und unter Druck gesetzt. Und genau das erlebt die FIT-U heute: erhebliche Meinungsverschiedenheiten darüber, was zu tun ist, verbunden mit dem Aufkommen strategischer Debatten rund um den politischen Kampf, den Charakter der Front, das Verhältnis zwischen politischen und gewerkschaftlichen Kämpfen und – sehr bedauerlicherweise – widersprüchliche Positionen dazu, wie man innerhalb der Arbeiter:innenbewegung vorgehen soll, wo die Partido Obrero (PO = Arbeiter:innenpartei) – durch ihre Führung der Gewerkschaft der Reifenarbeiter:innen SUTNA – einen Ansatz verfolgt, der den besten Traditionen des Klassenkampfs zuwiderläuft. Es herrscht eine Krise innerhalb der Front, denn auf politischer und gewerkschaftlicher Ebene gibt es strategische Meinungsverschiedenheiten, und die tiefgreifenden Veränderungen der Lage machen diese noch deutlicher sichtbar.
Eine zentrale Meinungsverschiedenheit ergibt sich aus der politischen Orientierung. Tatsache ist, dass sowohl die PO als auch die Izquierda Socialista (IS; Sozialistische Linke) das Ausmaß der laufenden politischen Veränderungen nicht begreifen. Deshalb schwanken sie zwischen konservativen und routinemäßigen Positionen, schlagen mehr vom Gleichen vor und treten dafür ein, dass die FIT-U lediglich eine Wahlfront bleibt, die nicht am alltäglichen politischen Leben an der Seite der Menschen teilnimmt, keine Strategie für das Handeln im Klassenkampf hat und nicht darüber nachdenkt, wie man Zehntausende neuer Aktivist:innen gemeinsam organisieren könnte, die für jeden substanziellen politischen Kampf unverzichtbar wären. Folglich messen sie auch der Teilnahme an einer ernsthaften Debatte über die mögliche Bildung eines bedeutenden politischen Instruments oder einer neuen Partei keine Bedeutung bei. Deshalb wiederholen sie in Artikeln und Reden immer wieder einfach, dass wir bereits die FIT-U haben und dass es keinen Grund gibt, über andere Dinge zu diskutieren. Das ist eine ultrakonservative und vereinfachende Sichtweise, gerade in einer Zeit, in der die enormen Grenzen unserer Front bei der Reaktion auf einen solchen Situationswandel und auf die damit verbundenen Herausforderungen und Chancen eklatant offensichtlich sind. Unsere derzeitige Front umfasst weder die Hunderttausenden, die sich der Linken zuwenden, noch gibt es darin Platz für sie – doch diese unübersehbare Tatsache verdient von Seiten dieser Genoss:innen nicht einmal die geringste Reflexion oder neue Idee.
Derselbe Ansatz – der auf politischer Ebene so fehlgeleitet und ineffektiv ist, wenn es darum geht, die Aufgaben anzugehen, vor denen die Linke inmitten einer außergewöhnlichen und Ausnahmesituation steht – koexistiert – und das nicht zufällig – mit einem ähnlichen und ebenso fehlgeleiteten Ansatz auf gewerkschaftlicher Ebene, wo sowohl die PO als auch die IS darauf bestehen, dass nichts geändert wird, nur damit sie weiterhin innerhalb des begrenzten und stagnierenden Raums des PSC (Plenum für militantes Gewerkschaftswesen) operieren, wo Entscheidungen ausschließlich durch Absprachen von oben zwischen zwei oder drei Führungskräften getroffen werden, während die Realität der großen Kämpfe, die in letzter Zeit stattgefunden haben, an diesem Raum vorbeigegangen ist.
Diese Politik hindert die FIT-U zudem daran, gemeinsam über die Realitäten des Klassenkampfs zu diskutieren – unter dem trügerischen Vorwand, es wolle die kämpfenden Sektoren verdrängen oder ihnen vorschreiben, was sie zu tun haben. Nichts davon stimmt; was getan werden muss, ist ganz einfach: Trennt den politischen Kampf nicht vom Arbeitskampf und sorgt dafür, dass die FIT-U diese Kämpfe diskutiert, sie unterstützt, Ideen vorschlägt und ihre ganze Kraft in den Dienst ihres Sieges stellt. Natürlich muss dies stets auf dem Respekt vor den an jedem Kampf Beteiligten beruhen, ohne jemanden zu verdrängen oder etwas aufzuzwingen. Aber unserer Front – wie es unsere Genoss:innen in der PO und der IS fälschlicherweise tun – die Möglichkeit zu verweigern, über Interventionen in den Klassenkampf zu diskutieren, bedeutet, eine elektoralistische und begrenzte Sichtweise auf die eigenen Konzepte zu bekräftigen. Dies steht im Widerspruch zu einer wirklich einheitlichen Strategie auf politischer, gewerkschaftlicher und gesellschaftlicher Ebene.
In den letzten Monaten wurde all dies durch den Konflikt bei der Reifenfabrik FATE noch verschärft – an dem wir von Anfang an beteiligt waren – und für den wir alle weiterhin alles daran setzen müssen, die Politik der Unternehmensleitung und der Regierung zu besiegen. Es ist ein Kampf, der jetzt mehr denn je eine Ausweitung der Solidarität und die Einbindung von Unterstützung erfordert, durch Aktionen, die in hohem Maße einheitlich sein sollten. Und unsere Ansichten zu diesem Thema entspringen dem Wunsch, die FATE-Beschäftigten zu unterstützen; die Kritik, die wir an ihrer Führung üben, erfolgt gerade im Interesse der Beschäftigten als Ganzes, denn wir wollen, dass der Kampf gewinnt. Leider hat die SUTNA-Führung unter der Leitung der „Black Slate“ (Schwarze Liste) der PO in diesem Konflikt eine zutiefst fehlgeleitete Rolle gespielt, die nicht positiv zur Entwicklung eines sehr wichtigen Kampfes beigetragen hat – eines Kampfes, der eine Strategie und Herangehensweise der Arbeiter:innenklasse erforderte, die der von der Führung verfolgten diametral entgegengesetzt ist.
Aus diesem Grund konzentrieren sich die Debatten innerhalb der Linken Front derzeit auf den Konflikt um die FATE-Fabrik und die SUTNA, da sich dort sehr tiefgreifende Unterschiede in Politik und Methode zeigen und auswirken, einschließlich strategischer Fragen und Prinzipien der Arbeiter:innenbewegung, die nicht ignoriert werden dürfen. Wir stehen vor einem Konflikt, der seinen schlimmsten Punkt erreicht hat, weil die Führung nie eine echte Einheitsfrontpolitik oder eine breite Einheit im Handeln rund um den Kampf entwickelt hat – im Gegensatz zum Beispiel zum legendären Garrahan-Kampf (an einem Krankenhaus in Buenos Aires), der von der Gewerkschaft APyT (Assoziation für Techniker:innen und professionelle Berufe) angeführt wurde und zu einem Sieg über die Regierung führte.
Wir halten es für einen großen politischen Fehler, dass die PO genau das Gegenteil getan hat: Sie hat es versäumt, eine breite, einheitliche Politik zu verfolgen, und gleichzeitig jede Gruppe innerhalb der Gewerkschaft schikaniert und versucht, sie zu isolieren, die andere Meinungen und Vorschläge vertritt. In einer ausgesprochen bürokratischen Art und Weise wurde während des gesamten Konflikts eine einzige Denkweise durchgesetzt, was nur dazu geführt hat, den Kampf zu schwächen, die Arbeiter:innen zu demoralisieren und immer mehr Arbeiter:innen zu vertreiben, die darin keine Zukunft sehen. All das geschieht durch das Fehlen echter Vollversammlungen, indem politischen Gegner:innen das Recht auf freie Meinungsäußerung verweigert wird, und durch Angriffe auf Genoss:innen, die den Kampf, wenn auch mit Kritik an der Führung unterstützen.
Um diesen Kurs – den wir als verwerflich und dem Klassenkampf zuwiderlaufend betrachten – weiter zu verfestigen, haben sie vor den Augen von Genoss:innen der PTS (Partido de los Trabajadores Socialistas / Sozialistische Arbeiterpartei), die Teil des Kampfes sind, eine Fahne verbrannt, eine Aktivistin bedroht und ungerechtfertigte Einschüchterungsversuche gegen eine Delegation von Suteba Tigre unternommen, einer Lehrer:innengewerkschaft, die lediglich gekommen war, um eine öffentliche Unterrichtsstunde zur Unterstützung des Kampfes vorzuschlagen. Diese Ereignisse berühren zentrale Fragen innerhalb der Arbeiter:innenbewegung; sie gehen über die Grenzen politischer Debatten, Meinungsverschiedenheiten oder einer situativen Konfrontation hinaus. Wir haben es mit einer Vorgehensweise zu tun, die der Arbeiter:innenklasse und der klassenbasierten Kultur zuwiderläuft, die wir als Linke in unseren Beziehungen innerhalb eines Kampfes hochhalten müssen; deshalb ist das, was geschehen ist, verwerflich. Diese Haltungen bestehen bis heute fort. Tatsächlich fand nach einer langen Zeit ohne militante Aktionen eine Pressekonferenz zum sechsmonatigen Jubiläum des Konflikts statt, und erneut beschloss die Führung der „Black Slate“ der PO, weder anderen Oppositions- und linken Gruppen noch Vertreter:innen von zwei der FIT-U-Parteien (MST und PTS) das Wort zu erteilen.
Es ist wichtig zu verstehen, dass das Ausmaß der Meinungsverschiedenheiten darüber, wie man innerhalb der Arbeiter:innenbewegung vorgehen soll, nicht nur eine gewerkschaftliche Frage ist; es handelt sich im Wesentlichen um Unterschiede in der politischen Strategie. Denn wenn die Führung eines Arbeiter:innenkampfes Gegner:innen – die ebenfalls Arbeiter:innen und Mitglieder der Linken sind – schikaniert, Gewalt gegen sie anwendet und versucht, sie zum Schweigen zu bringen, stehen wir vor einem unbestreitbaren Problem der politischen Konzeption. Wie würde dieselbe Führung handeln, wenn sie an der Spitze einer Arbeiter:innenregierung stünde? So tiefgreifend ist diese Debatte. Deshalb glauben wir, dass es Zeit für PO ist, innezuhalten und über diese Handlungen nachzudenken, sich mit der Situation auseinanderzusetzen, das Geschehene zu durchdenken und zu versuchen, Schlussfolgerungen zu ziehen, die ihr helfen, wieder auf den richtigen Weg zu kommen. Und möge dies einen positiven Effekt auf die Beziehungen innerhalb unserer Front haben.
Bislang haben unsere Genoss:innen in der PO leider noch keine Anzeichen dafür gezeigt, sich auf diese notwendige Reflexion einzulassen. Sie tun so, als gäbe es all diese öffentlichen und offensichtlichen Tatsachen gar nicht. Schlimmer noch: Sie versuchen, die Aufmerksamkeit mit Verleumdungskampagnen gegen Aktivist:innen abzulenken, die sich gegen La Negra (Black Slate) und ihre Politik stellen. So sind ihrer Meinung nach diejenigen, die angegriffen wurden und deren Fahnen verbrannt wurden, Provokateur:innen, Außenseiter:innen und Spalter:innen – einfach nur, weil sie die Gewerkschaftsführung kritisieren. Aus Sicht der PO sind die Angegriffenen selbst schuld an der Gewalt; sie haben die „Sünde“ begangen, die Gewerkschaftsführung zu kritisieren, anstatt sich anzupassen.
Ähnliches passiert im konkreten Fall unserer Genoss:innen aus den Fraktionen „Grey Slate“ und „Multicolor Slate“ bei der Reifenfabrik Pirelli, denen von den PO-Führer:innen vorgeworfen wird, „managementfreundlich“ zu sein – nur weil sie ihre Meinung sagen und sich gegenüber der „Black Slate“ unabhängig und kritisch verhalten. Das ist eine ungerechtfertigte Verleumdung, die nur von jemandem/r verbreitet werden kann, der/die völlig vom Weg abgekommen ist und obendrein absolut keine Ahnung davon hat, was bei Pirelli vor sich geht. Ein Werk, in dem auch die SUTNA-Führung Gegner:innen bedroht und schikaniert und ihnen das Recht auf Wahlen verweigert – wodurch die Arbeiter:innen ohne Vertretung bleiben und die Unternehmensleitung begünstigt wird, die diese Situation ausnutzt, um die Arbeitsbedingungen zu ändern. Und die PO und die „Black Slate“ vertuschen ihre eigene Verantwortung, indem sie diejenigen, die Tag für Tag gegen die Bosse kämpfen, als „managementfreundlich“ beschuldigen – während sie gleichzeitig in einem beispiellosen Schritt fordern müssen, dass ihre Gewerkschaftsführung demokratische Wahlen einberuft.
Und wir sagen „beispiellos“, weil es das ist – wenn wir davon ausgehen, dass sich die Black Slate als Teil der klassenbasierten Bewegung versteht. Die Forderung, dass die Basis ihre Vertreter:innen wählt, sollte selbstverständlich sein, und es sollte gar nicht nötig sein, das einzufordern. Aber es werden keine Wahlen einberufen, und in der Zwischenzeit werden Gegner:innen verleumdet, um von der Sache abzulenken. Das ist eine wirklich unaussprechliche Taktik. Und leider sagen unsere Genoss:innen von der Izquierda Socialista zu all dem nichts und rechtfertigen es damit. Denn sie haben lediglich von einer allgemeinen Verurteilung von Gewalt gesprochen, ohne zu erwähnen, wer sie ausübt oder um welche konkreten Vorfälle es geht. Mit anderen Worten: Es ist eine so allgemeine und inhaltsleere Verurteilung, dass sie die Verantwortlichen nicht namentlich nennt, während sie weiterhin in einem politischen Block innerhalb der FIT-U und der PSC an deren Seite stehen.
Dieser gesamte Kontext tiefer politischer und gewerkschaftlicher Spaltungen erklärt die aktuelle Situation intensiver Spannungen und Debatten sowie die komplexe Zukunftsperspektive für die Linke Front. Leider führt der Einheitsfrontansatz von PO und IS – der, wie wir bereits gesagt haben, darin begründet liegt, dass sie das Ausmaß der laufenden Veränderungen nicht begreifen – dazu, dass sie auf Lösungen bestehen, die nicht weiterhelfen. Einerseits erfinden sie sogenannte „einheitliche“ und „FIT-U“-Ausschüsse – die in Wirklichkeit eine Initiative von nur zwei Parteien sind – und nutzen diese als Plattform, um eine fehlgeleitete Politik voranzutreiben. Folglich dienen diese kleinen Zusammenkünfte innerhalb unserer Front tatsächlich als Spaltfaktor und nicht als Faktor der Einheit.
Wir unsererseits haben uns stets für die Förderung gemeinsamer Ausschüsse eingesetzt; dafür haben wir vor Monaten auf unserem MST-Kongress gestimmt, denn es war das Richtige, um zu versuchen, uns auf die Ziele zu einigen, für die sie gebildet werden sollten, und darauf, wie man sie vorantreiben kann. Damit das jedoch geschehen konnte, hätte es eine politische Einigung zwischen den vier Kräften der FIT-U geben müssen, und die gab es nicht. Das ist bisher nicht gelungen, und angesichts der aktuellen Krise und der sich verschärfenden politischen und methodischen Differenzen ist es jetzt noch unwahrscheinlicher, dass es dazu kommt.
Gleichzeitig wurde es angesichts dieser Debatten und der Krise, die durch die verwerflichen Ereignisse bei der SUTNA ausgelöst wurde, unmöglich, in nur wenigen Tagen Fortschritte bei der Aufstellung einer gemeinsamen Kandidatenliste für die bevorstehenden Wahlen in Bariloche zu erzielen, da die Umstände dies schlichtweg nicht zuließen. Wir vom MST hoffen, dass sich in Zukunft bessere Bedingungen ergeben, um wieder auf den Weg der Einheit zurückzufinden. Es hilft dieser Möglichkeit – zu der wir alle beitragen müssen – nicht weiter, das Problem noch zu verschärfen, indem man eine Art Kampagne über den „Zerfall der FIT-U“ führt, wie es die PO und die IS fälschlicherweise tun, auf der Suche nach einem Sündenbock und in dem Versuch, unter Aktivist:innen und linken Unterstützer:innen ein Gefühl der Unruhe zu schüren. Wir rufen sie dazu auf, diesen spaltenden Positionen und Haltungen ein Ende zu setzen.
Die FIT-U, die wir schätzen und verteidigen, muss einen Weg finden, diese Phase zu überwinden, und danach streben, vereint zu bleiben – etwas, das wir für notwendig halten und wonach wir stets streben werden. Wir erkennen an, dass ein Beitrag zur notwendigen Einheit auch darin besteht, die politischen Strategien zu überdenken, die der aktuellen Sackgasse zugrunde liegen und die lediglich dafür gesorgt haben, dass die FIT-U als Ganzes nicht in der Lage war, Verantwortung zu übernehmen und die Chance zu ergreifen, sich in etwas weit Größeres zu verwandeln. Wir für unseren Teil würden gerne über andere Themen diskutieren und an vorderster Front andere Aktionen durchführen. Wir bedauern, dass die Situation diesen Punkt erreicht hat, von dem aus der Weg nach vorn in Bemühungen um gemeinsame politische Vereinbarungen liegt – nicht in falschen und sinnlosen Kampagnen.
Zu Beginn dieses Artikels haben wir die beispiellose Chance hervorgehoben, vor der wir stehen, sowie die Herausforderung, die wir nicht ignorieren dürfen. Angesichts einer solchen Situation können wir nicht mit mehr vom Gleichen reagieren. Es ist Zeit, etwas Neues zu tun, und die Linke Front sollte dies gemeinsam vorantreiben, wenn sie eine positive Rolle spielen will. Da sie das nicht tut – und es aufgrund tief sitzender Differenzen offenbar auch nicht tun wird –, liegt ihre Zukunft inmitten politischer Spannungen, aus denen der Ausweg genau in gemeinsamen politischen Strategien und substanziellen Vereinbarungen liegt, nicht in irreführenden Kampagnen.
Bis es so weit ist, werden wir weiterhin darauf bestehen, dass wir unter denen von uns, die sich einig sind, eine tiefgreifende Debatte darüber führen müssen, wie wir zum Aufbau einer kämpferischen Organisation mit Zehntausenden von Mitgliedern beitragen können. Denn die Realität verlangt, dass wir weder kleinliche Streitereien in den Vordergrund stellen, die die eigentlichen Aufgaben verzögern, noch Spekulationen, die sich ausschließlich auf den Wahlkampf beschränken – der zwar ein wichtiger politischer Kampf ist –, wohl wissend, dass es gleichzeitig hochstrategische Debatten gibt, denen wir uns stellen und auf die wir richtig reagieren müssen.
Aus diesen Gründen haben wir eine Diskussion mit unseren Genoss:innen der PTS vorangetrieben, die ebenso wie wir die Notwendigkeit sehen, eine Bewegung hin zu einer neuen Partei aufzubauen, und unsere Ansicht teilen, dass wir vor der Chance stehen, die Architekt:innen einer neuen historischen Bewegung von links zu sein. In diesem Kontext der Übereinstimmung gab es in den letzten Monaten auch einige natürliche Nuancen oder konkrete Meinungsverschiedenheiten mit ihnen darüber, wie es weitergehen soll; es gibt laufende Debatten und einen Austausch zwischen unseren Organisationen, und wir werden diese weiterentwickeln, immer mit dem Ziel, voranzukommen. Geduld ist gefragt, um die größten Anstrengungen zum Aufbau einer neuen politischen Bewegung zu unternehmen – einer Bewegung, die wir unsererseits gemeinsam und zusammen mit Tausenden von Arbeiter:innen und jungen Menschen, die sich uns anschließen, aufzubauen versuchen. In dem Bestreben, eine neue und große revolutionäre Partei mit einem gemeinsamen Programm und einer gemeinsamen Strategie aufzubauen, in der alles gründlich und demokratisch diskutiert und dann beschlossen wird, und in der wir gemeinsam voranschreiten, um in der realen Welt zu handeln. Dabei lassen wir in ihrer internen Funktionsweise – zumindest vorübergehend – die Möglichkeit zu, als Strömung oder Fraktion zu existieren, bis bereits bestehende Nuancen oder Differenzen geklärt und kanalisiert sind.
Während wir diese Diskussionen mit unseren Genoss:innen in der PTS fortsetzen, teilen wir auch eine gemeinsame Sichtweise hinsichtlich der bürokratischen Herangehensweise der SUTNA-Führung und fördern regionale Koordinierungskomitees an verschiedenen Orten als weiteren Weg, um den Kampf gegen Milei, die Unternehmer:innen und die Gewerkschaftsbürokratie voranzubringen. Außerdem stellen wir eine gemeinsame Kandidat:innenliste für die Wahlen in Bariloche auf, um diese politische Ausrichtung voranzubringen, und gemeinsam haben wir gerade dabei geholfen, das Planungstreffen für den „Marcha de la Bronca“ (Marsch der Wut) zu organisieren, der zu einer sehr breit aufgestellten und positiven Veranstaltung wurde und wahrscheinlich im September in einer großen Demonstration gegen Milei und sein gesamtes Programm gipfeln wird. Unserer Ansicht nach muss dies auch dazu dienen, die politische Sichtbarkeit dieser antikapitalistischen und sozialistischen Linken zu stärken, die wir als echte politische Alternative für Millionen positionieren wollen – auf dem Weg hin zum Kampf um die politische Macht im Land, um eine Arbeiter:innenregierung zu errichten.
Während wir all diese Initiativen vorantreiben, werden wir weiterhin jede dieser Debatten organisieren und neue politische und programmatische Foren und Zusammenkünfte schaffen, um gemeinsam Ideen auszutauschen. Wir sind überzeugt, dass der politische und soziale Kampf überall stattfindet – und heute ganz besonders auf den Straßen gegen Milei –, denn wir müssen ihn jetzt besiegen. Die große Unterstützung, die Myriam erhält, muss als treibende Kraft und verbindende Achse dienen, um einen nationalen politischen Kampf zu organisieren, der sie an allen Fronten herausfordert und den Kampf sowie Tausende von Aktivist:innen im ganzen Land mobilisiert – etwas, das unerlässlich ist, um dieses verfallende kapitalistische System und seine korrupten Parteien und Institutionen zu besiegen. Das ist die politische Aufgabe, die vor uns liegt, und wir müssen ihr mutig und geeint begegnen. Als Teil dieses gewaltigen Kampfes – schon lange vor den Wahlen – müssen wir den politisch-wahlpolitischen Kampf einbinden, der eine weitere Gelegenheit bieten wird, geeint zu handeln, im Dienste des umfassenderen Kampfes um den Gewinn von Masseneinfluss von links, als entscheidenden Schritt zur Erreichung unserer grundlegenden revolutionären Ziele.