Arbeiter:innenmacht

Das kubanische Volk braucht uns JETZT!

Internationalen Sozialistischen Liga, 19. März 2026, Infomail 1306, 25. März 2026

Für Trump und seine Handlanger:innen ist Kuba viel mehr als nur ein Geschäftsfeld, auf dem Monopole von einer möglichen kapitalistischen Restauration profitieren können. Kuba ist auch ein mächtiges Sinnbild antiimperialistischer Würde, da es die Invasionsversuche der Vereinigten Staaten zurückgeschlagen und Unternehmen sowie Großgrundbesitzer:innen enteignet hat.

Daher soll das kubanische Volk unterworden und die Kontrolle über die Insel zurückgewonnen werden, um den Völkern Lateinamerikas einen ernüchternden Schlag zu versetzen. Dies ist ein Teil von Trumps globaler Offensive gegen diese Region, mit dem Ziel, seine imperiale Macht zu demonstrieren und sich ihre Gemeingüter anzueignen. Von Milei (Argentinien) bis Bukele (El Salvador) hat Trump die Unterstützung der rechtsextremen Regierungen Lateinamerikas. Die Verschärfung der Blockade – die nun auch Zölle und Sanktionen gegen direkte und indirekte Öl-Importeur:innen vorsieht – ist daher ein neuer Versuch, das kubanische Volk an den Rand der Existenz zu treiben und letztlich zu besiegen. Denn Öl ist ein grundlegender Rohstoff für den Betrieb von Strom, Verkehr, Krankenhäusern, Universitäten, Schulen, Trinkwasserversorgung und all den grundlegendsten Dingen des täglichen Lebens. Daher haben wir als Antimperialist:innen die Pflicht, dem bedrohten Volk gegen diese grausame und unmenschliche Belagerung beizustehen.

Von Worten zu Taten

Diese neokoloniale Arroganz ist kein Einzelfall: Neben der Unterstützung durch die lateinamerikanische extreme Rechte spielt auch das kubanische Regime unter Díaz-Canel eine große Rolle. Dessen Politik stärkt das Privatkapital auf der Insel und sichert so der regierenden bürokratischen Kaste Privilegien. Das steht im brutalen Gegensatz zum Elend und zum Mangel an grundlegenden Dienstleistungen, unter dem die Mehrheit der Bevölkerung zu leiden hat. Hinzu kommt außerdem die brutale Unterdrückung all jener, die diesen Kurs auf der Insel selbst in Frage stellen. All das erleichtert natürlich Trumps Offensive. Das Gleiche gilt auch für die sogenannten „progressiven“ Regierungen der Region, die Trumps Druck nachgeben. So garantieren weder die mexikanische Regierung unter Sheinbaum noch die brasilianische Regierung unter Lula die Rohölversorgung Kubas über die Ölgesellschaften Pemex und Petrobras, was eigentlich leicht zu bewerkstelligen wäre. Russland oder China haben – außer diplomatischen Erklärungen – nicht einmal die grundlegendsten Unterstützungsmaßnahmen angeboten. Das muss sich schleunigst ändern und sie müssen zu konkreten Hilfsmaßnahmen übergehen, da diese unverzichtbar sind, um den Auswirkungen der kriminellen Blockade entgegenwirken zu können. Es besteht kein Zweifel daran, dass angesichts dieser desaströsen Situation unsere dringendste politische Aufgabe darin besteht, eine breite internationale, antiimperialistische Mobilisierung gegen die Drohungen von Trump und seinen Handlanger:innen voranzutreiben.

Kein Pakt mit Trump: Echte Arbeiter:innendemokratie auf der Insel, um sich dem Imperialismus zu widersetzen

Trump hat mehrfach betont, dass Verhandlungen mit der Regierung von Díaz-Canel im Gange seien. Außerdem hat er Marco Rubio, seinen reaktionärsten Gehilfen, zu seinem derzeitigen Gesprächspartner mit Vertreter:innen der Kommunistischen Partei Kubas ernannt. Wir schenken dem, was die Imperialist:innen sagen, keinen Glauben. Aber es gibt auch den demütigenden Präzedenzfall des Chávismus in Venezuela, der auf dreiste und feige Weise einen Pakt mit Trump geschlossen hat. Die kubanische Regierung darf hinter dem Rücken des kubanischen Volkes absolut nichts vereinbaren. Gleichzeitig müssen – um eine starke und organisierte Reaktion eines Volkes mit antiimperialistischer und revolutionärer Tradition zu gewährleisten – alle politischen Gefangenen auf der Insel unverzüglich freigelassen werden. Es muss außerdem eine umfassendste Garantie für demokratische Rechte, Vernetzungen sowie Versammlungs- und Organisationsfreiheit für alle im Rahmen der souveränen Verteidigung Kubas gegen jegliche Einmischung gewährleistet werden. Ebenso müssen alle Formen der Unterdrückung, Kontrolle und Bespitzelung beendet werden. Das gilt insbesondere für repressive Maßnahmen gegenüber der Jugend, die US-kritisch eingestellt ist, aber gleichzeitig Kritik gegenüber dem kubanischen Regime übt. Niemand kann unter keinen Umständen vorgeben, dem Imperialismus entgegenzutreten, indem er zum Henker seines eigenen Volkes wird. Die Perspektive einer antibürokratischen politischen Revolution ist daher ein notwendiger Teil der Verteidigung Kubas, der noch bestehenden revolutionären Errungenschaften – auch wenn diese durch Blockade und die bürokratische und restaurative Politik der Regierung Díaz-Canel erheblich ausgehöhlt wurden – und gegenüber den Imperialismus.

Trump sanktioniert Kuba, doch wir stehen hinter dem Land

Durch die US-Blockade gibt es eine humanitäre Notlage, die unsere ganze Solidarität erfordert. Die Situation auf der Insel ist ein direkter Angriff auf das Leben des kubanischen Volks. Stromausfälle, Mangel an lebenswichtigen Gütern und Unterbrechungen der medizinischen Versorgung gehören zu den Folgen. In Kuba sind mehr als 80 % der Wasserpumpen auf Strom angewiesen. Daher untergraben Stromausfälle den Zugang zu sauberem Wasser, sanitären Einrichtungen und zu Hygienemaßnahmen. Zudem beeinträchtigt der Treibstoffmangel das Rationierungssystem und die Libreta de Abastecimiento. Die Libreta bestimmt die monatlichen Bezugsmengen pro Person und Haushalt für Grundnahrungsmittel und ist daher essentiell für den Alltag der Kubaner:innen. Des Weiteren hat sich der Mangel an Strom auch auf die sozialen Sicherheitsnetze (Schulmahlzeiten, Entbindungsheime und Altenheime) ausgewirkt, was vor allem die schwächsten Bevölkerungsgruppen trifft. Das darf uns nicht egal sein!

Wir von der Internationalen Sozialistischen Liga schlagen deshalb vor, eine Solidaritätskampagne mit dem kubanischen Volk zu organisieren, um Ressourcen zu sammeln und sie als wirtschaftliche Unterstützung von überall aus der Welt nach Kuba schicken zu können. Lasst uns daher Spendensammlungen in Fabriken und Unternehmen, Krankenhäusern, Universitäten und Hochschulen organisieren. Lasst uns verschiedene Initiativen wie z.B. Aktionstage durchführen, um die Situation in das Bewusstsein der Menschen zu bringen und Spenden zu sammeln. Damit können wir die Kubaner:innen unterstützen, die seit so vielen Jahrzehnten auf vorbildliche Weise Widerstand gegen den Imperialismus leisten. Lasst uns außerdem auch das individuelle Engagement derjenigen bündeln, die sich persönlich einbringen möchten. Klar ist, dass jede Unterstützung zählt.

Angesichts dieser imperialistischen Strangulationspolitik zielen die kubanische Rechte und ihre kapitalistischen Verbündeten auf der Insel darauf ab, die Moral des kubanischen Volks zu untergraben. Wir wollen von der ISL aus einerseits die Stimme der oppositionellen antibürokratischen und unabhängigen Linken sein, die die Blockade ablehnt und Trump anprangert. Anderseits wollen wir auch diejenigen sein, die an vorderster Front der internationalistischen Solidarität kämpfen, um das bedrohte kubanische Volk in dieser desaströsen Situation zu unterstützen.

  • Es gibt keinen Raum für Gleichgültigkeit.
  • Das kubanische Volk braucht uns.
  • Alle gesammelten Gelder gehen an eine Gruppe junger Menschen, die in den ärmsten Vierteln Sozialarbeit leisten.

Um zur Kampagne beizutragen, schick uns eine E-Mail an info@arbeiterinnenmacht.de oder info@lis-isl.org

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