Arbeiter:innenmacht

Frankreich: Schüler:innen und Arbeiter:innen gemeinsam gegen Macron!

Rosa Favre, Infomail 1322, 6. Oktober 2026

Die Jugendlichen haben die Nase voll. Sie wollen nicht mehr in Klassen mit 40 Schüler:innen lernen, in baufälligen Gebäuden, in denen es im Winter eiskalt und im Sommer unerträglich heiß ist. Nach Jahren der Angriffe unter Macrons Präsidentschaft erheben sie sich nun.

Hunderte von Schulen wurden besetzt und es kam zu Streiks. Studierende haben sich aus Solidarität mobilisiert, und die Gewerkschaften CGT, FSU und Solidaires haben ihre Unterstützung zugesagt. Am 6. Oktober gingen Hunderttausende auf die Straße, die Bewegung nimmt neue Dimensionen an.

Die soziale Gegenoffensive der Jugendlichen beginnt

Macrons Regierung hat mit Parcoursup (Zugangsvoraussetzungen zum Hochschulsystem) ein rücksichtsloses System der sozialen Selektion eingeführt, den öffentlichen Sektor unerbittlich angegriffen und Kreuzzüge gegen die Abaya (traditionelles Kleidungsstück in Westasien und im Maghreb) und den Hidschāb an weiterführenden Schulen gestartet – unter dem Jubel des Rassemblement National. Sie hat soziale Bewegungen brutal unterdrückt und propalästinensische Aktivist:innen als Antisemit:innen diffamiert.

Die Bewegung der Schüler:innen der Sekundarstufe gibt ihnen einfach einen Vorgeschmack auf ihre eigene Medizin!

Haushaltsabstimmung: Ein in Schwierigkeiten geratener Macron schreckt vor nichts zurück

Der Kampf um den Haushalt und die „Bloquons Tout!“ („Blockiert alles!“)-Mobilisierung haben Macrons politische Krise verschärft. Wenn der französische Staatspräsident so hart gegen Kinder und Jugendliche vorgeht, dann deshalb, weil er befürchtet, die den Bossen versprochenen Haushaltskürzungen nicht umsetzen zu können. Angesichts einer Pattsituation könnte er versuchen, den Rassemblement National hinter einem noch arbeiter:innenfeindlicheren Haushalt zu vereinen. Diese Schwäche muss ausgenutzt werden. Die Schüler:innenbewegung kann zum Ausgangspunkt für eine erneute Mobilisierung von Arbeiter:innen, Jugendlichen und allen Unterdrückten gegen den Haushalt werden und ihn weiter in die Defensive drängen.

Die Repression geht zu weit!

Die Bilder sind unerträglich. Die Arbeiter:innen müssen ihre Kinder auf der Straße beschützen. Aber Solidarität von der Seitenlinie reicht nicht aus. Die Arbeiter:innenbewegung muss eine zweite Front gegen die Regierung eröffnen und die Revolte in den Schulen mit den Kämpfen an Arbeitsplätzen und Universitäten verbinden. Sie muss vom Mut der Jugendlichen lernen und sich durch Streiks in den Kampf einbringen, eigene Forderungen stellen und diese Bewegungen landesweit zusammenführen. Sie muss ihre Erfahrungen und Ressourcen mit den Jugendlichen teilen und deren Selbstverteidigung gegen Polizeiangriffe und Repression unterstützen.

Der Aktionstag am 6. Oktober muss ein Sammelpunkt sein, um die Bewegung durch Besetzungen, Demonstrationen und Streiks an und in Schulen, Universitäten und Arbeitsplätzen auszuweiten und dabei die Kraft der organisierten Arbeiter:innenklasse einzubringen. Die Arbeiter:innen müssen den Jugendlichen im Kampf für pauschale Lohnerhöhungen und massive Mittel für öffentliche Dienste, einschließlich sofortiger Neueinstellungen, zur Seite stehen. Schulen und Universitäten brauchen eine starke Aufstockung der Mittel, finanziert durch die Besteuerung der Reichen und der Gewinne der Großunternehmen, wobei die Verwendung dieser Mittel von Arbeiter:innen, Lehrkräften und Studierenden kontrolliert wird. Nur ein Generalstreik wird es Arbeiter:innen und jungen Menschen ermöglichen, diese Regierung zu besiegen.

Wir werden kämpfen für:

  • Die Ausweitung der Bewegung auf alle Schulen und Universitäten. Für einen totalen Streik der Schüler:innen und Studierenden, bis die Forderungen der Bewegung erfüllt sind.
  • Selbstverteidigung gegen Provokationen und Angriffe der Polizei. Freilassung aller bei den Protesten Festgenommenen und Einstellung aller Anklagen gegen junge Demonstrant:innen.
  • Eine nationale Delegiertenkonferenz von Schüler:innen und Studierenden zur Wahl eines nationalen Koordinierungsgremiums als demokratischer Vertreter der kämpfenden Jugend.
  • Ein Bildungssystem, das von Eltern, Lehrer:innen und Schüler:innen durch demokratische lokale Schulgremien gestaltet wird, anstatt von einem Ministerium aufgezwungen zu werden.
  • Kein Sparhaushalt: keine Kürzungen bei Bildung oder öffentlichen Dienstleistungen. Die Bosse und die Reichen sollen zahlen.                                                                                             
  • Ausweitung der Bewegung auf die Arbeitsplätze. Lehrer:innen, Dozent:innen, alle Beschäftigten im Bildungswesen und ihre Gewerkschaften müssen sich dem Kampf anschließen.
  • Die Gewerkschaftsverbände sollen zu einem Generalstreik gegen Macrons Sparhaushalt und die Repression aufrufen und Arbeiter:innen, Studierende und Schüler:innen in einem gemeinsamen Kampf vereinen, um die Regierung zu besiegen.

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