Arbeiter:innenmacht

Global Sumud Flotilla 2026: Die Fahrt hat begonnen

Rubén Tzanoff, Infomail 1307, 13. April 2026

Am Sonntag, dem 12. April, starteten die internationalen Delegationen der Global Sumud Flotilla (GSF) 2026 ihre Reise mit humanitären und politischen Zielen in einer Situation, die von Veränderungen gegenüber dem Vorjahr und einer zunehmenden Eskalation der Konflikte im Nahen Osten geprägt ist. Die Internationale Sozialistische Liga (ISL) beteiligt sich erneut aktiv an der Mission nach Gaza.

Die Fahrt hat begonnen, mit einem emotionalen Abschied

Die Schiffe mit Delegationen aus 52 Ländern, die am Moll de la Fusta vor Anker lagen, starteten ihre Fahrt von Barcelona aus, ohne bisher internationale Gewässer zu befahren. Wie angekündigt „wir müssen abwarten, bis der Sturm aus Menorca vorbei ist. Alle unsere Schiffe sind bereit, weiter nach Italien zu fahren, wo sich weitere Boote der Flotte anschließen werden.“

Die Abschlussveranstaltung brachte die Solidarität mit der palästinensischen Sache auf den Punkt, mit zwei Tagen voller Workshops, Musik und Kunst. Die Aktivitäten ergänzten die Vorstellung der Teilnehmer:innen aus verschiedenen Ländern, die sich in den Tagen zuvor gründlich auf die Abreise vorbereitet und geschult hatten. Die Botschaft zum Aufbruch war ganz klar: humanitäre Ziele, Einsatz für die palästinensische Sache und der Aufruf, dass sich die Mobilisierung an Land wieder mit Nachdruck äußert – sowohl für Palästina als auch zur Unterstützung der GSF.

Eine andere Situation

Genau wie bei der Flottille im letzten Jahr müssen die Besatzungen das Tempo der Reise den Wetter- und Seebedingungen sowie dem Zustand der kleinen Boote, die sie besteigen, anpassen. Ebenso entscheidend sind die Veränderungen in der politischen Lage.

Die GSF 2025 fand im Rahmen eines massiven und weitreichenden Mobilisierungsprozesses zur Unterstützung des palästinensischen Volkes, insbesondere der Bewohner:innen von Gaza, statt. Als der Völkermord und die ethnische Säuberung durch den Staat Israel ihren Höhepunkt erreichten, besetzten Millionen von Menschen, vor allem Jugendliche, Studierende und Frauen, Universitäten, boykottierten zionistische Institutionen und gingen auf die Straße. Teile der Arbeiter:innenklasse, mit den Hafenarbeiter:innen an der Spitze, führten bedeutende Streiks durch, die für die Machthaber:innen eine sehr beunruhigende Perspektive aufzeigten.

Diese Realität stellte die Regierungen vor eine Herausforderung und war entscheidend dafür, die Bombardierungen zu stoppen, aber sie löste keineswegs die historischen und gegenwärtigen Probleme der zionistischen Kolonisierung und sorgte für Verwirrung darüber, ob die laufenden Aktionen fortgesetzt und vertieft werden sollten.

Verwirrungen, die es zu überwinden gilt

Die Solidarität mit Palästina ist nicht verschwunden und wird sich sicherlich wieder so stark äußern wie im Laufe der Geschichte. Der hinterhältige „Friedensplan“, den Israel und die USA Gaza aufzwingen wollen, hat jedoch Völkermord, ethnische Säuberungen und territoriale Besatzung legalisiert und diente ihnen als Grundlage, um die Annexion des Westjordanlands, die Invasion des Südlibanon und die Angriffe auf den Iran voranzutreiben. Infolgedessen haben die aktuellen Aktionen nicht mehr dieselbe Tragweite, auf der die GSF segelte.

Der Krieg, ein entscheidender Faktor

Ein weiteres grundlegendes Element ist die Eskalation des Krieges, an der der US-Imperialismus und sein Handlanger, der Staat Israel, direkt beteiligt sind und die den Iran, den Libanon, Palästina, den Jemen und andere Länder angreift. Das sind Ereignisse, die bei der vorherigen Flottille noch nicht vorhanden waren, und die erfordern, dass jeder Zwischenstopp von genauen Bewertungen, demokratischen Beratungen und gewissenhaften Entscheidungen über die Sicherheit der Mission begleitet wird, sowohl in Bezug auf die Zwischenziele als auch auf das Gesamtziel.

Mobilisieren für Palästina, die angegriffenen Länder und die Flottille!

Diese Ereignisse zwingen uns, entschlossen auf den Aufruf der GSF zu reagieren, Mobilisierungen und Aktionen voranzutreiben, sowohl um sie zu schützen als auch um von den Regierungen zu fordern, sich auf ihre Seite zu stellen. Der Prozess des letzten Jahres war von einer gegenseitigen Befruchtung geprägt: Die GSF entstand aus den Mobilisierungen, die sie gleichzeitig nährte – in einer politischen Symbiose von großer globaler Wirkung, die es wiederherzustellen gilt.

Die ISL beteiligt sich wieder aktiv

Die ISL ist wieder Teil der Flottille, diesmal mit der Abgeordneten Cele Fierro und dem Arzt Raúl Laguna, beide von der MST-Argentinien. Mit der Unterstützung an Land durch Socialismo y Libertad (SOL), Gruppe Arbeiter:innenmacht (Deutschland) und Alejandro Bodart, Koordinator der ISL, beim Abschied in Barcelona, zusammen mit der Kommunistischen Arbeiter:innenpartei (Italien) und allen Organisationen, die die ISL auf den fünf Kontinenten bilden.

Wir segeln, um Hoffnung an Land zu bringen und Solidarität im Alltag zu organisieren. Als Sozialist:innen in der Flottille rufen wir dazu auf, Mobilisierungen, Blockaden und Streiks voranzutreiben – nur so können wir die Schiffe schützen und Druck auf die Regierungen ausüben. Wie schon bei der letzten Flottille werden wir bis zum Ende der Mission über alle Ereignisse berichten.

Ein freies Palästina und ein freier Naher Osten

Völlig zu Recht setzen sich die Teilnehmer:innen der Flotilla mit Leib und Seele für die Mission ein, ohne dabei aus den Augen zu verlieren, was in Gaza und im Nahen Osten geschieht. In diesem Sinne wird es keine Seemeile geben, ohne dass Cele und Raúl den Imperialismus und den Zionismus für ihre Gräueltaten in Gaza, im Westjordanland und in ganz Palästina anprangern und fordern. Israel raus aus dem Libanon! Der Zionismus muss im Interesse der Massen besiegt werden! Dazu sind aktive Solidarität und einheitliches Handeln erfordert, indem wir von den Regierungen verlangen, die Beziehungen zum Staat Israel abzubrechen, auf dem Weg zu einer grundlegenden Lösung, die über die sozialistische Revolution im Nahen Osten führt, damit die Arbeiter:innen regieren und der Weg zu einem einheitlichen, säkularen, demokratischen, nicht rassistischen und sozialistischen Palästina geebnet wird.

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