Vorwort: Revolutionärer Marxismus 44

Redaktion, Revolutionärer Marxismus 44, November 2012

Anfang 2013 jährt sich die Verkündung der Agenda 2010. Der damalige Kanzler Schröder entpuppte sich damit einmal mehr als “Genosse der Bosse”. Die “Agenda” fasst einen Generalangriff auf die Arbeiterklasse zusammen, der innerhalb eines Jahrzehnts den deutschen Imperialismus konkurrenzfähiger und expansiver gemacht hat. Er hat auch die Klasse der Lohnabhängigen dramatisch verändert.

Die Darstellung dieser Veränderungen, ihre Analyse und ihre politischen Folgen bilden den Kern dieser Ausgabe des revolutionären Marxismus. Die Beiträge “10 Jahre Agenda 2010 – Arbeiterklasse und Gewerkschaften nach 10 Jahren Gegenreform” von Frederik Haber, “Das ‚Prekariat‘ – Klassenlage und Klassenkampf” von Tobi Hansen sowie die Beiträge von Jürgen Roth (“Neuzusammensetzung der Lohnabhängigen” und “Verändertes Bewusstsein angesichts der Krise”) sind diesen Themen gewidmet.

Anders als die Darstellungen der bürgerlichen Wissenschaft oder jene reformistischer TheoretikerInnen bleiben sie nicht bei der bloßen Konstatierung der Veränderungen und mehr oder weniger hilflosen Verbesserungsrezepten stehen, welche diese vermeintlichen “Fehlentwicklungen” des Kapitalismus wegzureformieren hoffen. Statt dessen geht es darum, welche Möglichkeiten und Aufgaben sich aus diesen Veränderungen für klassenkämpferische, für revolutionäre Politik ergeben.

Dem ist auch der Text “Ziele und Taktiken kommunistischer Betriebs- und Gewerkschaftsarbeit” gewidmet. Wir veröffentlichen hier in leicht redigierter Form eine Resolution der Gruppe Arbeitermacht, die wir hiermit auch anderen klassenkämpferischen GewerkschafterInnen, BetriebsaktivistInnen und all jenen Linken, die ernsthaft um eine Intervention in der Klasse bemüht sind, zur Diskussion stellen.

Die marxistische Analyse der Klasse und ihrer Veränderungen bedeutet auch, den Gegner in der Klasse zu kennen – die Bürokratie in den Gewerkschaften und Betriebsräten, die reformistischen, bürgerlichen Arbeiterparteien SPD und Linkspartei. Nur so ist es möglich, ihn politisch nicht nur zu kritisieren, sondern auch Taktiken, politische Kampfmittel zu entwickeln, um die Gewerkschaften in wirkliche Kampforganisationen zu verwandeln.

Daher veröffentlichen wir in dieser Ausgabe auch die “Thesen zum Reformismus. Die bürgerliche Arbeiterpartei” und “Thesen zur Wahltaktik” neu, die 1986 von unserer Vorläuferorganisation “Bewegung für eine revolutionär-kommunistische Internationale” (BRKI) beschlossen worden sind und bis heute eine der programmatischen Grundlagen unserer Organisation darstellen.

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