Schluss mit dem Mietenmonopoly! Bezahlbarer Wohnraum für alle!

Flugblatt der Gruppe ArbeiterInnenmacht/München, Infomail 1020, 14. September 2018

Die aktuelle Misere auf dem deutschen Wohnungsmarkt mit rasant steigenden Mieten ist das Resultat des stetigen Abbaus sozialer Förderprogramme bei gleichzeitiger Privatisierung.

Bundesweit wurde 1990 die Wohnungsgemeinnützigkeit ersatzlos abgeschafft, die Wohnungsbauförderung 2001 faktisch beendet und 2006 die Zuständigkeit dafür an die Bundesländer delegiert.

Allein zwischen 1995 und 2010 wurden mehr als 1 Million öffentlicher Wohnungen privatisiert. Auch heute noch fallen jedes Jahr durchschnittlich 130.000 günstige Mietwohnungen weg. Die ImmobilienspekulantInnen wie „Deutsche Wohnen“ machen Rekordgewinne – auf unsere Kosten.

Die Zahl der Wohnungslosen hat sich innerhalb der letzten 10 Jahre von 200.000 auf 1,2 Millionen versechsfacht.

In München haben sich die Mieten seit 2010 um 50 % erhöht. Im Schnitt kostet der Quadratmeter 17 Euro! Das bedeutet eine Verdrängung von Gering- und NormalverdienerInnen in die Vorstädte, ein allmähliches Absterben der städtischen Vielfalt und Kultur.

Die Filetgrundstücke luxussanierter Wohnungen teilen sich InvestorInnen, Hedgefonds und Immobilienverwaltungen untereinander auf, um sie einer kleinen, finanzkräftigeren Klientel als den bisherigen BewohnerInnen anzubieten.

Symptombekämpfung oder Kampf?

Bürgerliche Wohnungs- und Bodenreformpolitik richtet sich lediglich gegen „spekulative Auswüchse“, also nicht gegen das private Grundeigentum. Unions-Parteien, FDP und AfD springen den ProfiteurInnen der Wohnungsmisere bei und fordern noch mehr Privatisierung und einen noch „freieren“ Markt. Die SPD „bremst“ mit leeren Worten und halbherzigen Maßnahmen, die, wie die sog. Mietpreisbremse, noch zusätzlich verwässert werden.

Der Wohnungssektor ist Teil des kapitalistischen Gesamtsystems. Der MieterInnenkampf muss daher als Klassenkampf geführt werden (z. B. durch Einbeziehung der Gewerkschaften und anderer Organisationen, die sich auf die ArbeiterInnenklasse beziehen).

Wir können uns nicht mit der Besetzung und Beschlagnahme vorhandenen Wohnraums sowie einer Mietpreisbremse begnügen, sondern schlagen auch ein Programm öffentlicher Wohnungsbau- und Sanierungsmaßnahmen zu Tariflöhnen und bezahlt aus Unternehmerprofiten vor:

  • Der Staat soll selbst sozialen Wohnungsbau betreiben, nicht das private Wohnungskapital subventionieren. Die Immobilienwirtschaft und WohnungsbauspekulantInnen müssen entschädigungslos enteignet werden – unter Kontrolle der MieterInnen.
  • Kommunalisierung des Grund und Bodens, Baubetrieb in kommunale Hand für Neubau und Altbausanierung!
  • Bezahlung des Wohnbaus und von Sanierungen im Interesse der MieterInnen durch das beschlagnahmte Vermögen des Wohnungs- und Baukapitals und eine progressive Besteuerung der Profite!
  • Kontrolle der Wohnungsbaugesellschaften, Verwaltungen und der Mietpreise durch die MieterInnen, deren VertreterInnen und MieterInnengemeinschaften, begleitet von ArbeiterInnenkontrolle über das Wohnungsbauwesen.
image_pdfimage_print

Related Posts

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

27 − 24 =

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Besuche uns auf

Aktuelle Veranstaltungen

Nov
17
Sa
16:00 Wie kann der Rechtspopulismus ge... @ Stuttgart, Falkenbüro
Wie kann der Rechtspopulismus ge... @ Stuttgart, Falkenbüro
Nov 17 um 16:00
Wie kann der Rechtspopulismus gestoppt werden? @ Stuttgart, Falkenbüro
Krise des Parlamentarismus und des Kapitalismus – eine Chance für PopulistInnen Die Ökonomische Krise des Kapitalismus und Umgruppierung der Kapitalfraktionen Spektren des Rechtsrucks Rechtspopulismus als Nährboden für Faschismus Kampf gegen Rechtspopulismus: Was tun die Gewerkschaften[...]
Nov
22
Do
18:00 Marxismus & Klassenbegriff @ Berlin, Humboldt-Universität, Hegelbau, Raum 1.404,
Marxismus & Klassenbegriff @ Berlin, Humboldt-Universität, Hegelbau, Raum 1.404,
Nov 22 um 18:00
Marxismus & Klassenbegriff @ Berlin, Humboldt-Universität, Hegelbau, Raum 1.404,
Marxismus & Vortrag und Diskussion Berlin, Humboldt-Universität, Hegelbau, Raum 1.404 Dorotheenstraße 24 Beginn: 18.00   Täglich zeigt uns der Kapitalismus seine Krise, die Verwerfungen des Systems, überdeutlich an. So die globale ökologische Krise, in der[...]
Nov
28
Mi
19:00 Die Novemberrevolution 1918 und ... @ München, Kurt-Eisner-Verein
Die Novemberrevolution 1918 und ... @ München, Kurt-Eisner-Verein
Nov 28 um 19:00
Die Novemberrevolution 1918 und die Münchner Räterepublik @ München, Kurt-Eisner-Verein
Vortrag und Diskussion mit Aventina Holzer (Arbeiter*innenstandpunkt, Wien) Vor 100 Jahren fand in Deutschland eine Fortsetzung der russischen Ereignisse des Vorjahres statt. Ungerechtigkeiten wurden erkannt, Befehle verweigert und schlussendlich der Adel zurückgedrängt. Doch dies war[...]
Dez
6
Do
18:00 Marxismus & Feminismus @ Berlin, Humboldt-Universität, Hegelbau, Raum 1.404,
Marxismus & Feminismus @ Berlin, Humboldt-Universität, Hegelbau, Raum 1.404,
Dez 6 um 18:00
Marxismus & Vortrag und Diskussion Berlin, Humboldt-Universität, Hegelbau, Raum 1.404 Dorotheenstraße 24 Beginn: 18.00   Täglich zeigt uns der Kapitalismus seine Krise, die Verwerfungen des Systems, überdeutlich an. So die globale ökologische Krise, in der[...]
Dez
7
Fr
19:00 Sackgasse Linkspopulismus – eine... @ Berlin, Verein iranischer Flüchtlinge
Sackgasse Linkspopulismus – eine... @ Berlin, Verein iranischer Flüchtlinge
Dez 7 um 19:00
Sackgasse Linkspopulismus - eine Kritik an Laclau, Mouffe und ihren AnhängerInnen @ Berlin, Verein iranischer Flüchtlinge
Populismus Eine marxistische Analyse und Kritik Veranstaltungsreihe der Gruppe ArbeiterInnenmacht Seit Jahren erleben wir einen internationalen Rechtsruck und einen Aufstieg des Rechtspopulismus. Einige übernehmen die Regierung wie Trump oder die FPÖ, andere wie die AfD[...]

Infomail abonnieren

Wöchentliche News der Gruppe ArbeiterInnenmacht