Vorwort: Revolutionärer Marxismus 40

Zu ihrem 60. Jahrestag hat die NATO eine eigene Website eingerichtet, die Bilder mit lachenden SoldatInnen, schwerem Kriegsgerät und jubelnden Zivilisten präsentiert. Hinter dieser Fassade einer „freiheitsliebenden“, für den Frieden kämpfenden Organisation, lauert jedoch ein imperialistischer Kettenhund, der immer dann losgelassen wird, wenn er die internationale kapitalistische Ordnung oder auch nur zentrale Einflussgebiete der imperialistischen Großmächte bedroht sieht.

Diese Ausgabe des Revolutionären Marxismus beschäftigt sich daher zentral mit der Frage, wie die NATO insgesamt zu beurteilen ist, welche Perioden ihrer Entwicklung sie durchlaufen hat und vor welchen inneren Spannungen sie in nächster Zeit steht.

Auch wenn der westliche Imperialismus den 60. Jahrestag der NATO für eine verlogene Propagandaoffensive nutzt, werden zehntausende Menschen beim NATO-Treffen in Straßbourg/Baden-Baden auf die Straße gehen, um gegen Krieg und Besatzung zu protestieren. Gerade die sich immer weiter vertiefende Wirtschaftskrise führt zur Verschärfung der innerimperialistischen Spannungen. Die Bestrebungen, osteuropäische und vorderasiatische Länder wie Georgien in die NATO aufzunehmen, werden einen zentralen Diskussionspunkt in Straßbourg/Kehl darstellen. Vor dem Hintergrund wachsender Kriegsgefahren muss daher ein internationalistisches Programm formuliert werden, das Kriege zur Vorantreibung proletarischer Klassenkämpfe ausnützt.

Wir wollen daher sowohl mit den Forderungen zur Zerschlagung der NATO, als auch mit einem Artikel zur Haltung von Lenin und den Bolschewiki zum imperialistischen Krieg darlegen, welche Stellung fortschrittliche Kräfte heute zu kriegerischen Auseinandersetzungen einnehmen sollten.

Wie alle anderen Klassengesellschaften kann der Kapitalismus seine Herrschaft jedoch nicht nur auf militärischer Intervention aufbauen, sondern muss seine Angriffe verallgemeinern. Die Unterminierung gewerkschaftlicher Organisation, geprägt durch Reagan und Thatcher, sind repräsentativ für politische Angriffe, um den Widerstand gegen Lohnkürzungen und Arbeitszeitverlängerungen abzuschwächen.

Mit einer Übersetzung eines Artikels aus unserem englischsprachigen Journal „Fifth International“ wollen wir einen Beitrag zur Perspektive gewerkschaftlicher Organisierung in den USA liefern.

In diesem Artikel wird auch die Frage der Rolle einer politischen Vertretung der Arbeiterklasse aufgeworfen. Eine Diskussion, die sich auch in Europa durch die Gründung der Linkspartei in Deutschland entsponnen hat.

Mit einem Beitrag zur deutschen Linkspartei wollen wir deren Entwicklung seit ihrer Gründung bilanzieren und eine Perspektive für RevolutionärInnen entwickeln.

Um eine Antwort auf die immer weitergehende Zerstörung des Planeten zu geben, veröffentlichen wir auch Thesen zur Umwelt. Die Generalität der kapitalistischen Angriffe verlangt und die Dimension der Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen der Menschheit erfordern einen generalisierten Widerstand, der unterschiedliche Bewegungen und Kämpfe auf der Grundlage eines revolutionären Programms zusammenfasst und eine proletarische Perspektive entwickelt.

Ein solches Programm braucht jedoch einen Träger: Die Verbindung der Kämpfe gegen Umweltzerstörung, für gewerkschaftliche Organisierung und gegen imperialistischen Krieg verlangt nach einer politischen Alternative: eine revolutionäre Partei und eine neue, Fünfte Internationale.

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