Vorwort: Revolutionärer Marxismus 38

Die Redaktion, Berlin / Wien, Oktober 2007

Die Theorie und Strategie der revolutionären Arbeiterbewegung ist nicht vom Himmel gefallen, sondern hat sich aus den gesellschaftlichen Kämpfen selbst entwickelt. Eine der wichtigsten Bereicherungen dieser Ereignisse stellen die Erfahrungen des russischen Proletariats dar.

Unter dem Titel “Russland auf dem Weg zum Roten Oktober” veröffentlichen wir eine Artikelserie unserer britischen Schwestersektion Workers Power. Sie gibt einen analytischen Überblick über die Chronologie der Revolution und zeigt, wie das Proletariat unter bolschewistischer Führung die Macht ergreifen und behaupten konnte.

Leider was es uns in der Kürze der Zeit nicht möglich, die Zitate des Artikels in den deutschen Quellen nachzusuchen. Auch sie sind aus dem Englischen übersetzt. Wir wollen uns hier für dieses Versäumnis entschuldigen, denken jedoch, dass eine rechtzeitige Veröffentlichung dieses Textes für die aktuellen Debatten um den 90. Jahrestags der Oktoberrevolution dies rechtfertigt.

Ohne revolutionäre Partei, ohne Bolschewismus wäre der Sieg der Revolution unmöglich gewesen. Der Beitrag von Dave Stockton gibt einen Überblick über deren Entstehung und zeigt zugleich, dass der Leninismus alles andere als eine sektenhafte Gruppierung war, sondern vielmehr eine lebendige und zugleich schlagkräftige Partei schaffen konnte.

Wir veröffentlichen diese Ausgabe unter besonderen gesellschaftlichen Bedingungen. Mit der Ideologie „Wer nicht für uns ist, ist gegen uns“ werden alle politischen Gegner kriminalisiert. Kein Wunder, dass alle Strömungen des bürgerlichen Lagers auch eine ideologische Offenise führen, wenn es um die Bewertung der russischen Revolution geht. „Putsch, Regime und Terror“ – dieses ideologische Gerüst bildet die Grundlage diverser Gegner. Deshalb veröffentlichen wir in dieser Ausgabe des RM auch einen älteren Artikel von Michael Pröbsting, der die Errungenschaften der Oktoberrevolution verteidigt und seine Aktualität bis heute bewahrt hat.

Auf der anderen Seite gibt es vermehrt Diskussionen unter den fortschrittlichsten Teilen der Arbeiterklasse und der Jugend, wie eine Alternative zum Kapitalismus aussehen und erkämpft werden könnte. Diese Entwicklungen machen es notwendig, sich nicht nur auf eine Analyse vergangener Ereignisse zu konzentrieren, sondern die Lehren für die Aufgaben des Klassenkampfes heute zu ziehen. Roman Birke fasst deshalb diese Lehren zusammen und erklärt was wir aus den Erfahrungen der russischen Revolution für die heutigen Kämpfe lernen können.

Die Analyse der russischen Revolution hat deshalb keinen eigenständigen theoretischen Charakter, sondern dient dazu, den Kampf für den Oktober des 21. Jahrhunderts zu führen.

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