Die Bedeutung der russischen Revolution

Lehren für das 21. Jahrhundert

Roman Birke

In jedem Oktober, insbesondere am 90. Jahrestag, gehört es zum guten Jargon jeder in weitestem Sinne revolutionär-marxistischen Organisation die Ereignisse der russischen Oktoberrevolution zu diskutieren und die Lehren daraus zu ziehen. Doch für uns geht es keineswegs alleine darum, eine Tradition der theoretischen Aufarbeitung aufrecht zu erhalten.

Denn auch wenn das theoretische Verständnis der russischen Ereignisse von entscheidender Bedeutung ist, ist dies nutzlos, würde man nicht die Schlussfolgerungen für heute, für die Revolution des 21. Jahrhunderts, ziehen. Veränderung wird nicht alleine durch die Erarbeitung theoretischer Erkenntnisse, sondern nur durch das Übersetzen der theoretischen Formeln in die revolutionäre Praxis geschaffen. Dieses Verständnis ist die Grundlage für jede ernsthafte revolutionäre Organisation, die nicht nur Sonntagsreden über den Sozialismus schwingt, sondern für ihr Programm in den neu entstandenen Massenbewegungen aus dem Blickwinkel der praktischen Aktivität kämpft.

Gesellschaftlicher Hintergrund

Diesen Artikel schreiben wir unter besonderen gesellschaftlichen Bedingungen. In vielen Ländern, darunter auch Deutschland und Österreich, entwickeln sich Diskussionen um die Frage, welche Art von politischer Partei wir brauchen. Das Suchen nach einer Alternative zur verrotteten Sozialdemokratie wird deutlicher, aber auch in Teilen der neu entstandenen Massenbewegungen erleben wir eine bestimmte Linksentwicklung, durch die solche Fragen aufgeworfen werden. Dies ist der Grund warum es auch vermehrt Debatten über die Grundfragen der Revolution gibt.

Denn auch wenn die Notwendigkeit der Veränderung der Gesellschaft hochaktuell ist, so drückt sich dies doch nicht immer im Bewusstsein der Arbeiterklasse aus. Auch wenn es offensichtlich ist, dass der Kapitalismus die brennenden Probleme unserer Zeit nicht lösen kann und für immer größerer Menschenmassen außer Verelendung, Hunger, Krieg, Überausbeutung und Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen nichts zu bieten hat, so hinkt das Bewusstsein breiter Teile der ArbeiterInnenklasse doch oftmals hinter dieser Entwicklung der gesellschaftlichen Verhältnisse hinterher.

Die objektive Reife der Lage spiegelt sich nicht eins zu eins im Bewusstsein der Arbeiterklasse wider. Einerseits findet die Entwicklung des Bewusstseins meist verspätet zur Entwicklung der ökonomischen Faktoren statt, andererseits gibt es eine Reihe von ideologischen Einflussfaktoren der Bourgeoisie, welche diese Entwicklung zurückhalten oder ihr offen entgegenwirken.

Doch gerade in den letzten Jahren erleben wir eine Situation, in der die Frage nach Veränderung, die Frage nach einer Alternative zum Wahnsinn der kapitalistischen Ausbeutung wieder aktueller wird und breitere Teile der Arbeiterklasse erfasst. Diese Entwicklung des Bewusstseins bei den fortschrittlichsten Teilen der ArbeiterInnenklasse ist nicht nur ein Resultat immer offener Krisenhaftigkeit und drohender Katastrophen, sondern auch ein Resultat vermehrter Klassenkämpfe.

Möchte man die Klassenkämpfe dieser Zeit (1999 bis heute) periodisieren, einen Überblick über die Entwicklung der Kämpfe geben und deren Auf- und Abschwünge kennzeichnen, so können wir diese Entwicklung in mehrere Zyklen einteilen.

Das Jahr 1999 eröffnet durch die Entstehung der antikapitalistischen Bewegung in Seattle einen Zyklus des Aufschwungs des Klassenkampfes. In diesen Zyklus fällt auch der Beginn der zweiten Intifada im September 2000, die Massenproteste gegen die Machtergreifung der rechts-konservativen Regierung in Österreich, die revolutionäre Situation in Argentinien, die Kämpfe gegen die Pensionsreform in verschiedenen EU-Ländern, den riesigen Demonstrationen gegen die G8 in Genua und der Mobilisierung 100.000er gegen die Regierung Berlusconi.

Der 11. September 2001 und der darauffolgende „Krieg gegen den Terror“ mit dem imperialistischen Überfall auf Afghanistan markieren eine Zäsur. Die US-amerikanischen Imperialisten nutzten die Gunst der Stunde zu einer massiven Offensive, die am Beginn mit einer Desorientierung der Arbeiterbewegung und der Unterdrückten, mit einer Paralyse der Gegenkräfte aufgrund der fehlenden ideologischen und politischen Vorbereitung angesicht des „Terrorismus“ ihren Anfang nahm.

Doch die Bewegung war nicht tod. Gegen den drohenden Irak-Krieg formierte sich die Kräfte des antikapitalistischen Widerstandes erneut. Diese Mobiliserierung gipfelte in der Antikriegsbewegung gegen den Angriff auf den Irak, die ihren Höhepunkt im Februar und März 2003 fand, wo bei Demonstrationen weltweit über 20 Millionen Menschen auf der Straße waren.

Doch die Niederlage der Antikriegsbewegung, die Tatsache, dass sie trotz Millionenprotesten den Krieg nicht verhindern konnte, führte zu einem Abflauen der Klassenkampfbewegung der Unterdrückten – nicht so sehr in dem Sinne, dass es weniger Kämpfe gab, sondern v.a. in dem Sinne, dass sie unter ungünstigerem Kräfteverhältnis stattfanden.

In diese Entwicklung markiert das Jahr 2005 eine Trendwende. Mit der Niederlage des Referendums in der EU, der Entwicklung der venzualanischen Revolution und dem Entstehen einer kontinentalen, anti-imperialistischen Mobilisierung in Lateinamerika, v.a. aber mit der sich deutlich abzeichnenden Niederlage der US-Besatzung im Irak ist die Offensive des Imperialismus an ihre Schranken gestoßen – eine Schranke, die sowohl die imperialistischen Bourgeoisie wie die Arbeiterklasse und die Unterdrückten zu einer Neuformierung ihre Kräfte zwingt.

Doch die Niederlagen oder Rückschläge der herrschenden Klasse führten entgegen der Vorstellungen reformistischer oder kleinbürgerlicher Versöhnler nicht zu einer Milderung der Gegensätze, sondern zu einer Verschärfung der Angriffe des Kapitals. Genau diese Entwicklung ist es, die dazu führt, dass die Arbeiterbewegung die Frage ihre Strategie und Taktik neu diskutieren, überdenken und Organisationen schaffen muss, die dem Angriff der Herrschenden standhalten und ihrerseits zur revolutionären Offensive übergehen können.

Die Aktualität der Revolution im 21. Jahrhundert setzt daher auch eine Auseinandersetzung mit den Grundfragen der Revolution auf die Tagesordnung.

Drei Konzeptionen der Russischen Revolution

Die Russische Revolution 1917 ist nicht zufällig Referenzpunkt der Geschichte der Arbeiterbewegung des letzten Jahrhunderts. Sie hat die verschiedenen politischen Strömungen, von den revolutionären KommunistInnen bis zu den Reformisten, Sozialdemokraten und Stalinisten, Anarchisten wie Syndikalisten geprägt.

Die Oktoberrevolution war der erste und bislang mächtigste Kulminationspunkt der Revolution in der imperialistischen Epoche, dessen Ergebnis eine siegreiche proletarische Revolution war.

Doch schon in vergangenen Klassenkämpfen wie der Revolution 1905 waren in der russischen und internationalen sozialistischen Bewegung verschiedene, grundlegende Konzeptionen der Revolution zutage getreten.

Die von den Menschewisten mehrheitlich vertretene Konzeption ging davon aus, dass im rückständigen Russland nicht nur die kapitalistische Entwicklung erst am Beginn stehe und daher nur ein bürgerliche Revolution möglich wäre. Eine solche Revolution, so der Menschewik weiter, müsse folgerichtig von der bürgerlichen Klasse geführt und die Herrschaft der konstitutionellen Bourgeoisie zur Folge haben. Aufgabe des Proletariats war es als Unterstützer und Antreiber und Verteidiger der bürgerlichen Klasse zu agieren. Die Klassenherrschaft der Bourgeoisie wurde als eherne Notwendigkeit, als unvermeiliches Resultat der Revolution betrachtet.

Dieser Linie blieb der Menschewismus in der Revolution und im Bürgerkrieg, blieben seine Ableger in den anderen Ländern, blieb die Sozialdemokratie bis heute treu. Selbst wenn das Proletariat und andere unterdrückte Klassen die „günstigen Bedingungen“ vorfinden würden, müsste eine Machtergreifung als „verfrüht“ abgelehnt werden, da sich die Klasse entweder nicht halten oder die Revolution im „Terror“ entarten müsse.

Wo diese Konzeption im 20. Jahrhundert angewandt wurde, waren ihre Resultate verheerend und führten zu blutigen Katastrophen – sei es beim Austromarxismus oder der Volksfront in Chile.

Die Stalinisten übernehmen diese menschewistische Konzeption und, wenn überhaupt, so unterschieden sich die blutigen Resultate dieser anti-revolutionen Theorie des Menschewismus nur durch größere Brutalität gegen linke Abweichler und zynischere Lügengebäude, die um Katastrophen wie die Niederlage der Chinesischen oder Spanischen Revolution konstruiert wurden.

Die zweite Linie neben dem Menschewismus war jene des Bolschewismus unter Lenin. Wie die Menschewiki und der „Gründungsvater“ der russischen Sozialdemokratie, Plechanow, ging auch er davon aus, dass die russische Revolution nur eine bürgerlich-demokratische sein könne. Aber er erkannte, dass die russische Bourgeoisie schon zu reaktionär war, und daher eine Revolution gegen den Zarismus eine Dynamik entfalten könnte, die auch gleich sie selbst hinwegfegt, dass sie als die führende Kraft der bürgerlichen Revolution nicht mehr in Frage komme.

Lenin „löste“ dieses Problem durch die Formel der „demokratischen Diktatur der Arbeiter und Bauern.“ Die Revolution müsse eine Regierung aus Arbeiterklasse – vertreten durch die Sozialdemokratie – und einer Partei der kleinbürgerlichen, bäuerlichen Demokratie hervorbringen, die die zentralen Aufgaben der bürgerlichen Revolution (Sturz des Zarismus, Errichtung de demokratischen Republik, Landfrage/Agrarrevolution) erfülle, also bürgerliche Verhältnisse durchsetzt.

Lenins Formel hat sich als untauglich erwiesen angesichts der Revolution 1917. Ein Teil der Bolschewiki interpretierte sie menschewistisch – so wie der Stalinismus später diese Formel als ideologische Krücke zum Wiederaufwärmen des Menschewismus verwenden sollte.

Lenin hingegen bricht in den Aprilthesen mit der Formel und schließt sich der dritten Konzeption der russischen Revolution an, wie sie von Trotzki schon 1905 vertreten wurde: Der Konzeption der permanenten Revolution.

Theorie der permanenten Revolution

Die Theorie der permanenten Revolution legte dar, dass ausgehend von der ungleichzeitigen und kombinierten Entwicklung des russischen Kapitalismus die Bourgeoisie vollkommen unfähig ist als revolutionäre Führung zu agieren. Diese Situation ermögliche es, ja erfordere es, dass die russische Arbeiterklasse die Macht ergreift, um die Aufgaben der demokratischen/bürgerlichen Revolution zu lösen und eine sozialistische Umgestaltung der Gesellschaft in Angriff zu nehmen.

Insbesondere das Verhalten der provisorischen Regierung, die eine Regierung der Gutsbesitzer und Kapitalisten war, verdeutlichte diese These. Diese provisorische Regierung hatte unter Beweis gestellt, dass eine bürgerliche Regierung vollkommen unfähig ist, nur die elementarsten demokratischen Fortschritte zu erreichen.

Der verhasste Krieg wurde fortgeführt, dem verhassten Gutsbesitzer gehörten in feudaler Manier weiterhin die Felder und Hunger war immer noch eines der prägendsten Elemente der damaligen russischen Gesellschaft.

Dem Proletariat und den armen Bauernmassen ging es jedoch um die Beendigung des Krieges, die Versorgung mit Nahrung und der gerechten Verteilung des Bodens. Der Sturz des Zarismus als unmittelbarste Aufgabe hat diese antagonistischen Kräfte, die mit vollkommen unterschiedlichen Vorstellungen in diese Revolution gegangen sind, kurzzeitig zusammengebracht. Doch bald nach der Installation der provisorischen Regierung am 2. März 1917 wurden diese unterschiedlichen Motivationen offensichtlich.

Anstatt die Versorgung von Nahrungsmitteln auf demokratischer geplanter Grundlage zu organisieren beharrte die kapitalistische Regierung auf die „Selbstregulation“ der freien Marktwirtschaft. Statt den Krieg zu beenden, ließen die Kapitalisten die Soldaten weiterhin an der Front. Anstatt das Land unter den armen Bauern aufzuteilen, war es nach wie vor Eigentum des reichen Gutsbesitzers.

Diese gegensätzlichen Klasseninteressen fanden auch ihren Ausdruck in der Situation der Doppelmacht. Neben der provisorischen Regierung und dem zaristischen Staatsapparat existiert mit dem Petrograder Sowjet von Anfang an ein Doppelmachtorgan.

Dieses Ungleichgewicht der Kräfteverhältnisse müsste früher oder später entweder für die Bourgeoisie oder für das Proletariat entschieden werden. Darin liegt auch die tiefere Ursache für den Übergangscharakter der Zeit zwischen Februar und Oktober und der Notwendigkeit der sozialistischen Revolution.

Die Erfüllung selbst der demokratischen Aufgaben fällt also unbedingt dem Proletariat zu. Lenin schrieb dazu in seinen Briefen aus der Ferne:

„Das Proletariat kann und darf eine Regierung des Krieges, eine Regierung der Restauration nicht unterstützen. Was der Kampf gegen die Reaktion, was die Abwehr aller möglichen und wahrscheinlichen Versuche der Romanows (Adelsgeschlecht der russischen Zarenfamilie, dA) und ihrer Freunde zur Wiederherstellung der Monarchie und zur Aufstellung einer konterrevolutionären Armee erfordert, das ist keineswegs die Unterstützung der Gutschkow (war Großindustrieller und Kriegsminister der provisorischen Regierung, dA) und Co., sondern die Organisierung einer proletarischen Miliz, ihr Ausbau, ihre Festigung und die Bewaffnung des Volkes unter der Führung der Arbeiter. Ohne diese wichtige, grundlegende, radikale Maßnahme kann weder von einem ernsthaften Widerstand gegen die Wiedererrichtung der Monarchie und gegen die Versuche, die versprochenen Freiheiten aufzuheben oder einzuschränken, die Rede sein noch davon, entschlossen den Weg zu beschreiten, der zu Brot, Frieden und Freiheit führt (1).“

Hier zeigt sich wie in vielen anderen Schriften Lenins sein Übergang zu Trotzkis Konzeption der permenanten Revolution, die im Laufe der 20er Jahre in der Auseinandersetzung um den Charakter der chinesischen Revolution verallgemeinert wird. Anders als die mechanistische Auffassung der Menschewiki geht diese Konzeption von einer Analyse des russischen Kapitalismus als Teil einer kapitalistischen Weltmarktes, eines kapitalistischen Weltsystems aus. Daher steht die Machtergreifung der Arbeiterklasse in Russland auch im engen, inneren Zusammenhang mit der sozialistischen Revolution in Europa, mit der Weltrevolution.

In der Imperialismustheorie, in der Analyse des imperialistischen Weltkriegs und in der strategischen Orientierung, den imperialistischen Kieg in einen Bürgerkrieg gegen die herrschenden Klassen umzuwandeln, bereitet sich der Bruch Lenins mit der Formel der demokratischen Diktatur vor.

Für die russischen RevolutionärInnen Ende des Ersten Weltkriegs ist es eine politische Selbstverständlichkeit, dass die Herrschaft der Arbeiterklasse zwar die sozialistische Umgestaltung im Land beginnen, sie sich jedoch nur als Teil der globalen Revolution halten und durch den Übergang zum Sozialismus im Weltmaßstab vollenden kann. An die spätere Legitimationstheorie vom „Sozialismus in einem Land“ – nicht zufällig selbst aus dem politischen Schutt des rechten Flügels der Sozialdemokratie des 19. Jahrhunderts entlehnt – hatte damals noch niemand gedacht.

Der Bruch Lenins mit den Halbheiten und Schwächen der „demokratischen Diktatur“ steht – ebenso wie andererseits Trotzkis Bruch mit seiner zentristischen, anti-revolutionären und links-menschewistischen Parteikonzeption vor dem Ersten Weltkrieg – als ein Beispiel für einen grundlegenden Epochenbruch in der Geschichte der Arbeiterbewegung, die durch die russische Revolution, ihre strategische, programmatische und theoretische Konzeption vorangebrieben wird. Es erfolgt ein notwendiger und grundlegender Bruch mit der Zweiten Internationale – nicht nur mit ihrem historischen Verrat, sondern auch und vor allem mit den halbherzigen, oft mechanistischen durch „orthodoxe“ Phrasen verborgene Konzeptionen, in der sich immer mehr der reformistische Inhalt durchgesetzt hatte.

Die Notwendigkeit des revolutionäre Übergangs, der Zerschlagung des bürgerlichen Staatsapparates und ihre Ersetzung durch einen Rätestaat bildet also eine der grundlegenden Lehren der Oktoberrevolution.

Die Sowjets

Wie allen großen Revolutionen der letzten 150 Jahre entwickelten die ArbeiterInnen und die unterdrückten Klassen Organe der revolutionären Gegenmacht des Kampfes, Organe der Doppellmacht – Räte.

Trotzki schrieb in seiner Autobiographie „Mein Leben“ über die Entstehung der Sowjets 1905: „Der Sowjet hatte riesige Massen auf die Beine gebracht. Die gesamte Arbeiterschaft stand hinter ihm. Auf dem Lande herrschten Unruhen, ebenso bei den Truppen (2).“

Werden die Massen ins politische Leben gerissen, so steigen auch der Drang zu Selbstbestimmung und Selbstorganisation und die Notwendigkeit diese Aufgaben nicht nur in einem Betrieb oder in einem Stadtteil, sondern in größeren Gebieten zu verwirklichen. Sowjets oder ähnliche Organe bieten die Möglichkeit die Massen auf einer demokratischen und kontrollierbaren Grundlage zu organisieren und ihnen einen schlagkräftigen Ausdruck zu verleihen.

Im Gegensatz zum Parlamentarismus werden im Sowjetsystem angefangen von kleinsten Einheiten (Betrieben, Stadtteilen, Dörfern, Armeeinheiten) VertreterInnen gewählt, die die Entscheidungen der Basis auf eine nächst höhere Ebene tragen. Diese VertreterInnen sind ihrer Basis gegenüber verantwortlich, d.h. rechenschaftspflichtig und jederzeit abwählbar. Die Entstehung von Sowjets in revolutionären Situationen, also in Situationen der größten Angespanntheit, des größten Drucks und steigender Notwendigkeit zum Handeln, zeigt auch die Überlegenheit eines demokratisch organisierten, hierarchischen Systems gegenüber der kleinbürgerlichen Vorstellung einer Basisdemokratie auf der Grundlage des Konsensprinzips (d.h. kaum Beschlüsse, Zustimmung von a llen bevor etwas umgesetzt wird, etc.).

Sowjets oder Sowjet-ähnliche Organe sind nicht nur wichtig, um die politisch erwachten Massen in den Kampf und in die Entscheidungen miteinzubeziehen, sondern spielen auch eine wichtige Rolle im Erlernen der Selbstorganisation. Die Räte sind nicht nur Kampforgane, sondern auch die zukünftigen Machtorgane der Diktatur des Proletariats, der Herrschaft der Arbeiterklasse gegen die Bourgeoisie.

Und schließlich sind Staatsorgane, die anders als der bürgerliche Staat in sich die Möglichkeit bieten, zu Organen der Selbstverwaltung der Gesellschaft zu werden. Sprich: nur der Sowjetstaat kann, hat er seine Aufgabe erfüllt, die herrschende Klasse niederzuhalten und die Grundlagen für eine sozialistische Gesellschaft zu legen (und das schließt natürlich auch den Sieg der Revolution im Weltmaßstab ein), auch als Staat „absterben“, zu einem Organ der bewussten Selbstverwaltung der Produktion und des Verkehrs in der Gesellschaft werden.

Dies ist ein programmatischer und methodischer Bruchpunkt mit der Sozialdemokratie. Während sie den bestehenden bürgerlichen Staat erhalten und reformieren will, möchte die revolutionäre Partei diesen Staat mit Hilfe von Machtorganen wie Sowjets zerschlagen.

Trotz dieses grundsätzlich revolutionären Charakters des Sowjetsystems ist es falsch, die Räte der revolutionären Partei entgegenzustellen oder anzunehmen, dass sie ohne revolutionäre Führung die Revolution machen könnten.

Mit den Räten hat die Klasse ein Instrument geschaffen, die bürgerliche Herrschaft zu stürzen und zu ersetzen – aber die Klasse entwickelt deswegen noch lange keinen strategischen Plan, diese Aufgaben zu erfüllen. Auch in der revolutionären Situation (und auch nach der Revolution) wird die Klasse nicht „spontan,“ „aus der Praxis“ selbst revolutionär.

Der Rat ersetzt den Kampf der Parteien – und d.h. proletarischer und bürgerlicher Strömungen in der Klasse nicht – sondern konzentriert ihn vielmehr im Kampf um die Macht.

In Wirklichkeit ist es daher meist der Fall, dass Sowjets zu Beginn durch eine reformistische Führung geprägt sind, deren Aufgabe gerade darin besteht die revolutionäre Aktion der Räte, den revolutionären spontanen Impuls der Klasse zu kanalisieren – was auch mit einschließt, die Räte selbst an der Machtergreifung zu hindern, deren Zerschlagung oder Integration vorzubereiten.

So hatten die Menschewiki und Sozialrevolutionäre und nicht die Bolschewiki nach der Februarrevolution die Mehrheit im Sowjet. Dies ist auch kein Wunder, entspringt ein sozialistisches Bewusstsein nicht aus dem Kampf der Massen selbst, sondern muss vielmehr von außen in die kämpfenden Massen hineingetragen werden. So konnten die Bolschewiki erst kurz vor der Revolution die Mehrheit im allrussischen Sowjet erobern. Auch können Sowjets oder ähnliche Organe nicht die Aufgabe einer Partei erfüllen. Die Diskrepanz zwischen der objektiven Reife der Lage und dem Bewusstsein der ArbeiterInnenklasse zu überwinden, den Aufstand zu planen und anzuführen – diese Aufgaben fallen der revolutionären Partei, d.h. den fortschrittlichsten und entschlossensten Teilen der Arbeiterklasse zu.

Die Notwendigkeit der revolutionären Partei

Die russische Revolution von 1917 brachte die Bedeutung einer revolutionären Partei eindeutig zum Ausdruck. Ohne die Existenz der Bolschewiki hätte die Oktoberrevolution, d.h. die Weiterführung der bürgerlichen Februarrevolution zu einer sozialistischen Revolution nicht siegreich sein können. Doch die Notwendigkeit eines Dirigenten beweist man in erster Linie nicht durch die Betonung seiner Wichtigkeit, sondern durch das falsche Spiel des Orchesters während seiner Abwesenheit. Aus diesem Grund wollen wir den Boden der russischen Ereignisse kurz verlassen und uns der deutschen Revolution im November 1918 zuwenden.

In dieser revolutionären Situation fehlte der Dirigent – die revolutionäre Partei. Trotz den objektiv günstigen Voraussetzungen gelang es dem Proletariat nicht die Staatsmacht zu erobern. Angefangen von meuternden Matrosen, Arbeiterdemonstrationen, einer Ausweitung der Proteste gegen die Monarchie auf ganz Deutschland bis zur Solidarisierung der Soldaten mit den rebellierenden Massen waren alle Voraussetzungen für eine sozialistische Revolution gegeben. Doch eine Kraft, die diese spontanen Proteste der Massen wirklich vorwärts treiben konnte, existierte nicht.

Die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) wurde erst am letzten Tag des Parteitags dem 1. Jänner 1919 gegründet, was fatale Folgen für die deutsche Revolution und auch für das russische Proletariat hatte.

Es ist auch kein Zufall, dass Leo Trotzki die Lehren des Oktobers im Jahr 1924 geschrieben hat – ein Jahr nach der desaströsen Niederlage des deutschen Proletariats in ihrem Oktober, die durch die Inkonsequenz der Führung der KPD verschuldet war.

Daraus können wir schließen, dass auch die Existenz einer revolutionären Partei alleine nicht ausreicht. In Wirklichkeit kommt es vielmehr darauf an, wie konsequent eine revolutionäre Partei ihr erarbeitetes theoretisches Arsenal auch in einer revolutionären Situation zur Anwendung bringen kann und ihr übergeordnetes Ziel – die Diktatur des Proletariats – nicht aus den Augen verliert.

Denn selbst die Bolschewiki, die vor 1917 durch die Erfahrungen der Emigration, der Revolution 1905, neuerlicher Emigration, Illegalität und dem imperialistischen Weltkrieg gestählt wurden, haben nach der Februarrevolution bis zur Aprilkonferenz eine falsche Position zur Frage der Weiterführung der Revolution gehabt.

In Wirklichkeit vertraten die Bolschewiki in einer kurzen Phase zwischen Februar und April eine Position, die sehr nahe an der kleinbürgerlichen Position der Vaterlandsverteidigung war. So schrieb die Prawda unter der damaligen redaktionellen Leitung von Kamenew und Stalin am 15. März 1917: „Wenn eine Armee der anderen gegenübersteht, wäre die unvernünftigste Politik die, der einen Armee vorzuschlagen, die Waffen niederzulegen und nach Haus zu gehen. Eine solche Politik wäre nicht eine Politik des Friedens, sondern eine Politik der Knechtschaft, die ein freies Volk mit Entrüstung ablehnen würde. Ein freies Volk würde auf dem Posten ausharren, würde auf jede Kugel mit einer Kugel, auf jedes Geschoß mit einem Geschoß antworten. Das ist außer Frage. Wir dürfen keinerlei Desorganisation der militärischen Kräfte der Revolution zulassen (3).“

Nach jahrelanger zaristischer Knechtschaft schien die Revolution im Februar und damit der Sturz der Zarenherrschaft ein ungeheuerlicher demokratischer Fortschritt zu sein. Doch trotz ihrer demokratischen Errungenschaften war dies lediglich eine Revolution, die das Zarenregime abgelöst und die, schon in den Jahren zuvor erstarkte russische Bourgeoisie an die Herrschaft gebracht hat.

Die Vaterlandsverteidigung war deshalb nicht die Verteidigung der Demokratie an sich oder der Revolution an sich, sondern die Verteidigung der neu gewonnen politischen Herrschaft der kapitalistischen Gutsbesitzer und der Bourgeoisie. Lenin, der sich zu dieser Zeit noch im Exil in der Schweiz befand, wetterte in seinen Briefen aus der Ferne gegen diese Position und stellte ihr eine konsequent proletarische Position der Klasseninteressen gegenüber. So war es der Partei durch den Einfluss Lenins möglich, ihre falsche Position auf der April-Konferenz noch zu korrigieren. Die Konferenz verabschiedete eine Resolution über die Stellung zur provisorischen Regierung, in der sie die provisorische Regierung wie folgt charakterisiert: „1. daß die provisorische Regierung ihrem Klassencharakter nach ein Organ der Herrschaft der Gutsbesitzer und der Bourgeoisie ist; 2. daß diese Regierung und die durch sie vertretenen Klassen ökonomisch und politisch untrennbar mit dem russischen und dem englisch-französischen Imperialismus verbunden sind; 3. daß diese Regierung selbst das von ihr verkündete Programm nur unvollständig und nur unter dem Druck des revolutionären Proletariats und teilweise des Kleinbürgertums verwirklicht (4)“.

Nur durch die Korrektur dieses Fehlers konnten die Bolschewiki die wahrlich historische Rolle spielen, von dessen Resultat die internationale Arbeiterbewegung auch 90 Jahre danach profitiert.

Die Dynamik der Revolution – Angriff oder Rückzug?

Die Bedeutung der revolutionären Partei zeigt sich nicht nur im Vorwärtsdrang der Revolution, sondern auch darin, in bestimmten Situationen den Rückzug zu organisieren.

Versteht man unter einer Revolution den Prozess, der ausgehend von einer Gesellschaft, in der einige wenige Kapitalisten die politische, ökonomische, militärische, etc. Macht in Händen halten, in einer Gesellschaft gipfelt, in der die Mehrheit der Gesellschaft – die Arbeiterklasse – die Macht in Händen hält, so ist es klar, dass dies ein Prozess der vollständigen Zerstörung und umfassenden Erneuerung ist. Zu glauben, dass dieses Umdrehen der Gesellschaft von ihrem Kopf auf die Füße einen geordneten, linearen Verlauf hätte, ist genauso illusorisch als würde man annehmen, dass bei jedem Schneegestöber die Flocken an der selben Stelle landen würden. In Wirklichkeit kann eine Revolution keinen linearen Verlauf haben, da die Klassengegensätze in einer revolutionären Situation am deutlichsten zum Ausdruck kommen und sich die Klassenherrschaft soweit verschiebt, dass am Ende die herrschende Klasse politisch entmachtet  ist und die Arbeiterklasse die politische Macht in der Gesellschaft inne hat.

Diese außergewöhnliche Situation ist es, die breite Schichten der Arbeiterklasse in den Bann der Revolution zieht, Teile der Kleinbourgeoisie auf die Seite der Revolution ziehen kann und andere wiederum auf die Seite der Reaktion stößt. Diese permanente Verschiebung der Kräfteverhältnisse der Klassen macht eine lineare Entwicklung einer revolutionären Situation geradezu unmöglich. Auch dies konnten wir in der Periode zwischen der Februarrevolution und der Oktoberrevolution 1917 in Russland beobachten. Die Flexibilität einer Partei, d.h. eine richtige Einschätzung, in welcher Situation man angreifen oder sich zurückziehen soll, ist eine unbedingte Voraussetzung möchte man das Proletariat in dieser Schlacht der Klassen mit den geringsten Verlusten trotzdem zum langfristigen Sieg führen.

Lenin und die Bolschewiki haben diese Flexibilität besessen. Sowohl in langfristig historischer Betrachtung der Entwicklung der Bolschewiki als auch zwischen Februar und Oktober 1917 hat die Partei keine schematischen Fehler gemacht, die von großer Bedeutung wären (auch wenn einige Bolschewiki durchaus eine Neigung hatten, alte Formeln zu wiederholen ohne sie in ihren historischen Kontext zu stellen, wie Lenin auch öfters aufgezeigt hat).

Die Bolschewiki konnten als Partei des russischen Proletariats die Massen hinter sich führen, weil ihre ganze Entwicklung sie sowohl auf der Ebene der ideologischen Auseinandersetzung als auch auf der Ebene der praktischen Erfahrung gestärkt hat und sie gelernt haben sowohl anzugreifen als auch sich zurückzuziehen. So charakterisiert Lenin in seinem Buch „Der ‚linke Radikalismus‘, die Kinderkrankheit im Kommunismus“ die einzelnen Perioden in der Entwicklung der Partei. Über die Periode 1907-1910 schreibt er:

„Revolutionäre Parteien müssen stets zulernen. Sie haben gelernt, anzugreifen. Jetzt gilt es zu begreifen, daß diese Wissenschaft ergänzt werden muß durch die Wissenschaft, wie man sich richtig zurückzieht. Es gilt zu begreifen – und die revolutionäre Klasse lernt aus eigener bitterer Erfahrung begreifen -, daß man nicht siegen kann, wenn man nicht gelernt hat, richtig anzugreifen und sich richtig zurückzuziehen. Von allen geschlagenen oppositionellen und revolutionären Parteien haben sich die Bolschewiki in größter Ordnung zurückgezogen, mit geringsten Verlusten für ihre „Armee“, bei größter Erhaltung ihres Kerns, unter geringsten Spaltungen (ihrer Tiefe und Unheilbarkeit nach), geringster Demoralisation und größter Fähigkeit, die Arbeit möglichst umfassend, richtig und energisch wiederaufzunehmen (5).“

Der Kampf für eine neue Partei und Internationale

Lenin und den Bolschewiki war klar, dass eine nationale Beschränkung der Revolution ihr letztendlich den Todesstoß versetzen würde. Schon in seinen Aprilthesen argumentierte Lenin für den Aufbau einer neuen – der dritten – Internationale. Das Ausbleiben der Ausweitung der Revolution auf andere Länder war schlussendlich der Grund, warum die russische Revolution degenerierte und zu einem degenerierten Arbeiterstaat, d.h. einem Staat der zwar noch eine geplante Wirtschaft besitzt, jedoch von einer kleinen Kaste an Bürokraten kontrolliert wird, verkam.

Wir müssen für heute die Schlussfolgerung ziehen, dass alle Kämpfe unbedingt unter dem Banner des Internationalismus geführt werden müssen. Gerade im Zeitalter der Globalisierung und neoliberaler Angriffe auf einer internationalen Ebene ist es notwendig Kämpfe in verschiedenen Ländern zu koordinieren und ihnen somit eine größere Schlagkraft zu verleihen. Doch die Organisation, welche diese Aufgabe erfüllen könnte, existiert heute nicht. Um die Kämpfe der ArbeiterInnenklasse zu vereinen, gilt es deshalb eine solche Organisation aufzubauen. Deshalb kämpfen wir nicht nur in einzelnen Ländern für die Schaffung von revolutionären Parteien, sondern koordinieren diese Kämpfe auf einer internationalen Ebene mit einem Ziel: Der Schaffung einer neuen Weltpartei der sozialistischen Revoultion, der Fünften Internationale, die national und international für die Niederwerfung des Kapitalismus kämpft.

Die Notwendigkeit des Marxismus als revolutionäre Methode

Die Lehren der russischen Revolution können offensichlich nicht nutzbar gemacht werden ohne ein theoretisches Studium ihrer Triebkräfte, der revolutionären Strategie und Taktik. Das ist letztlich jedoch unmöglich ohne die marxistische Methode.

Der Marxismus ist hierbei nicht eine Theorie von vielen, sondern die einzig wirklich revolutionäre Theorie, welche die objektiven Interessen des Proletariats ausdrückt. Alle bürgerlichen Ideologen, die versuchen den Marxismus seines revolutionären Gehalts zu berauben, bekommen am Ende dieses Prozesses einen zutiefst verstümmelten Marxismus, der in Wirklichkeit kein Marxismus mehr ist.

Denn die Begründer des Marxismus – Karl Marx und Friedrich Engels – blieben als Revolutionäre nicht dabei die Welt zu erklären, sondern wollten sie aktiv verändern. Dies ist in allen Bereichen des Marxismus offensichtlich.

In der materialistischen Geschichtsauffassung blieben sie nicht dabei zu erklären, dass die Entwicklung der Produktivkräfte den Gang der Geschichte bestimmt, sondern zogen auch die Schlussfolgerung, dass diese Entwicklung unbedingt die Fesseln des Kapitalismus sprengen müsse. In der Philosophie blieben sie nicht dabei die Welt zu erklären, sondern begriffen die aktive Selbstveränderung der Welt durch das Proletariat als immanenten Bestandteil der Philosophie. Deshalb ist und bleibt der Marxismus die einzig revolutionäre Methode.

Denn schon Lenin erkannte: „die Frage [kann] nur so stehen: bürgerliche oder sozialistische Ideologie. Ein Mittelding gibt es hier nicht (denn eine ‚dritte‘ Ideologie hat die Menschheit nicht geschaffen, wie es überhaupt in einer Gesellschaft, die von Klassengegensätzen zerfleischt wird, niemals eine außerhalb der Klassen oder über den Klassen stehende Ideologie geben kann). Darum bedeutet jede Herabminderung der sozialistischen Ideologie, jedes Abschwenken von ihr zugleich eine Stärkung der bürgerlichen Ideologie (6).“

Anders als die bürgerliche Sozialwissenschaft lehnt der Marxismus die starre, schematische Trennung von Methode und Gegenstand ab. Die Dialektik, der historische Materialismus müssen sich am konkreten Gegenstand bewehren. So unerlässlich daher Kenntnis und Studium der Methode, so wenig ersetzt es die konkrete Analyse der konkreten Situation, die Kenntnis und Analyse des Gegenstandes selbst. Der Leninismus zeigte im Gegensatz zu seinen stalinistischen „Nachfolgern“ gerade darin seine Stärke, dass er in der Lage war, sowohl an den Grundsätzen des Marxismus festzuhalten als auch mit „tradierten Formeln“ zu brechen.

„Lenin gibt eine erbarmungslose Lektion denjenigen ‚alten Bolschewisten‘, welche mehr als einmal, sagt er, ‚in der Geschichte unserer Partei die traurige Rolle gespielt haben, mechanisch sinnlose und erlernte Phrasen zu wiederholen, statt die Eigenartigkeit der neuen, lebendigen Wirklichkeit zu studieren.‘ ‚Nicht den alten Formeln, sondern der neuen Wirklichkeit muß man sich anpassen.'(7)“

Gegen diese Gefahr helfen weder Praktizismus noch Pragmatismus, sondern nur das Studium des Marxismus, der Geschichte und Kämpfe der revolutionären Arbeiterbewegung – eine zentrale Aufgabe jedes Revolutionärs, jeder Revolutionärin.

Fussnoten

(1) W.I. Lenin: Briefe aus der Ferne (Brief 2), in: LW, Bd. 23, S. 330, a.a.O

(2) Leo Trotzki: Mein Leben, S. 164 Dietz Verlag, Berlin, 1990

(3) Zitiert aus: Leo Trotzki: Die Lehren des Oktobers

(4) Resolution über die Stellung zur provisorischen Regierung, in: LW, Bd. 24, S. 140, a.a.O.

(5) W.I. Lenin: Der „linke Radikalismus,“ die Kinderkrankheit des Kommunismus, LW, Bd. 31, S. 12, a.a.O.

(6) W.I. Lenin: Was tun?, in: Lenin: Gesammelte Werke (nachstehend LW), Bd. 5, S. 395f., Dietz Verlag Berlin, 1973

(7) Leo Trotzki: Die Lehren des Oktober

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