Vorwort, Trotzki – Eine Einführung

Die Redaktion, November 2013

Die vorliegende Einführung in das Leben und Schaffen Leo Trotzkis von Richard Brenner richtet sich v.a. an Jugendliche, linke AktivistInnen und ArbeiterInnen, die eine Alternative zum Kapitalismus suchen – zu einem System, dass sich in der schwersten Wirtschaftskrise seit 1945 befindet, das ganze Länder in Elend und Chaos stürzt, das die Existenzgrundlagen von immer mehr Menschen untergräbt, das permanent zum Krieg führt und sogar die natürlichen Lebensgrundlagen der Menschheit zerstört.

Zugleich stellt sich aber auch immer drängender die Frage, warum die Arbeiterbewegung sich bisher kaum in der Lage sieht, der globalen Krise zu begegnen und sie auf ihre Art zu lösen – indem sie die Kapitalisten enteignet und deren Profitsystem durch eine demokratisch geplante Wirtschaft ersetzt. Es stellt sich die Frage, warum beide großen Stränge der Arbeiterbewegung, der sozialdemokratische wie der „kommunistische“, den Kapitalismus nicht zu überwinden vermochten?

Zweimal, 1905 und 1917, wurde Trotzki zum Vorsitzenden des Petrograder Sowjets gewählt. Neben Lenin war er der wichtigste und populärste Führer der Oktoberrevolution. Er war Begründer der Roten Armee und Sieger im Bürgerkrieg. In wichtigen Funktionen war er am Aufbau des ersten Arbeiterstaats der Welt beteiligt.

Trotzki war aber zugleich auch der entschiedenste Kämpfer gegen die bürokratische Entartung der Gesellschaft unter Stalin und für die Verteidigung der revolutionären Konzeption von Marx und Lenin. Seine Kritik verband er mit dem Aufbau einer Opposition, die 1938 zur Gründung der IV. Internationale führte.

Sei umfangreiches publizistisches und theoretisches Schaffen stellt ihn in die erste Reihe des Marxismus. Seine Theorie der Permanenten Revolution, die Analyse des Stalinismus, das „Übergangsprogramm“ oder seine Faschismus-Analyse sind Eckpfeiler jeder marxistisch-revolutionären Konzeption.

Brenners Biographie ist keine Heldenverehrung, sondern eine sachlich-kritische Wertung des Lebens und Schaffens Trotzkis. Er musste Trotzki nichts Heroisches andichten, weil dessen Leben bewegt, ja dramatisch, groß und tragisch zugleich war, denn Trotzki lebte in einer Ära großer historischer Umbrüche und prägte sie selbst mit wie nur wenige andere.

Das Buch ist zugleich eine Bewertung bedeutender historischer Ereignisse und eine kritische Auseinandersetzung mit verschiedenen politischen Konzeptionen. So trägt das Buch dazu bei, die Politik, die Strategie und Taktiken des revolutionären Marxismus zu verstehen und praktische Schlussfolgerungen für heute zu ziehen.

Ein Gedicht von Hanns Graaf und ein Text zur Frage des Aufbaus einer neuen, 5. Internationale runden diese Ausgabe ab.

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