Neue antikapitalistische Organisation – ARAB tritt bei

Tobi Hansen, Neue Internationale 194, November 2014

Über die letzten Monate hat die NaO Berlin sehr intensiv mit der ARAB (Antifaschistische revolutionäre Aktion Berlin) zusammen gearbeitet.

Darunter fallen die gemeinsamen Schul- und Unistreiks in Solidarität mit den Refugees in Berlin, die Organisierung des internationalistischen Blocks bei der revolutionären 1. Mai-Demo und der Aufbau der Kampagne „Solidarität mit Rojava, Waffen für die YPD/YPJ“.

Erfolge

Mit der Mitarbeit der ARAB ist der NaO Berlin ein großer Erfolg gelungen. Innerhalb des Umgruppierungsprozesses haben wir ein weiteres politisches Milieu ansprechen und gewinnen können. In einem Interview im „Lower Class Magazine“ äußerte sich der Vertreter von ARAB folgendermaßen:

„Deswegen haben wir uns der NaO angeschlossen, weil sie uns – im Gegensatz zu allen anderen linken Gruppierungen – nahegebracht hat, dass sie das gemeinsam mit uns machen will und dass wir gemeinsame Grundsätze haben. Für uns ist es in erster Linie eine Frage der Praxis gewesen“.

Dies drückt auch einen bisherigen Erfolg der NaO Berlin aus: wir haben Praxis entwickelt, haben uns zu den wichtigen internationalen politischen Themen 2014 positioniert und dazu auch Aktion und Solidarität auf die Straße gebracht – ein wichtiges Kennzeichen von aktivistischer, eingreifender Politik. Viele Schnittmengen gibt es im Bereich Internationalismus, in dem bei den meisten Gruppierungen der „radikalen“ Linken Konfusion und Passivität vorherrscht. Der Vertreter der NaO im Interview dazu:

„Wir haben das aktuell wieder gesehen beim Rojava-Konflikt – die deutsche Linke ist nicht in der Lage, zu dieser Bewegung solidarisch zu sein, Inhalt reinzutragen, sich mit den Genossen auszutauschen. Es ist ein Trauerspiel, das sich vor unseren Augen vollzieht, und das wollen wir durchbrechen. Im Grunde genommen kann man auch sagen, wir fangen neu an“.

Zum weiteren Verlauf des NaO-Prozesses, der Bedeutung der programmatischen Debatte heißt es: „Unser Konzept ist es, vor allem über die politischen Fragen, die jetzt aktuell sind, z.B. Kurdistan, Palästina, aber auch Fragen des Klassenkampfes hier zu einer Vereinheitlichung zu kommen und aus diesem Gerüst Schritt für Schritt etwas längerfristiges Programmatisches zu erarbeiten. Das erscheint mir viel sinnvoller, als sich jetzt in endlose Programmdiskussionen zu verirren, was die Trotzkisten in Deutschland immer gerne gemacht haben, was uns aber nicht weiterführt“.

In dem Zusammenhang wird dann von beiden Sprechern festgestellt, dass die NaO den „trotzkistischen Stallgeruch“ überwinden müsste, um ein erfolgreiches Umgruppierungsprojekt zu entwickeln. Darin steckt zunächst erst mal eine ganz simple Wahrheit: die NaO muss über den derzeit organisierten Teilbereich der radikalen Linken hinaus zu wirken versuchen. Ihre Politik und Praxis muss auch neue Spektren/Organisationen/Einzelpersonen ansprechen. Um dahin zu kommen, reicht es aber nicht aus, nur die verschiedenen Spektren zu summieren, nach dem Motto „Einheit ist wichtiger als Klarheit“. Andersrum wird ein Schuh draus.

Klarheit

Wenn sich die NaO, wie bisher in Berlin, zu zentralen Fragen wie der Ukraine, dem Palästina-Konflikt, der Solidarität mit Rojava positioniert und eine gemeinsame Methode und Praxis anwendet, dann können Unterschiede beseitigt und ein gewisser Neuanfang der radikalen Linken geschafft werden. Doch dafür braucht es eine Weiterführung der programmatischen und methodischen Diskussionen im NaO-Prozess, damit wir dies auch in der Praxis weiter anwenden können, um die Zersplitterung zu überwinden. Die NaO kann ein kleiner Neuanfang einer antikapitalistischen revolutionären Linken darstellen.

Deswegen werden wir als Gruppe Arbeitermacht weiterhin dafür sorgen, dass unser Verständnis von  revolutionärer trotzkistischer Politik eine wichtige Rolle im NaO-Prozess spielt. In dieser Hinsicht kann „Stallgeruch“ auch helfen.

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