Mahle-Bosse wollen 15% Lohnkürzung – Gegen diesen Angriff hilft nur Streik!

Gegenwehr! Betriebs- und Gewerkschaftsinfo der Gruppe Arbeitermacht, Infomail 786, 6. Dezember 2014

Weg mit dem Urlaubsgeld, weg mit dem Weihnachtsgeld, 40-Stundenwoche ohne Lohnausgleich – das sind die dreisten Forderungen eines Konzerns, der in Geld schwimmt. Mahle fuhr nach der Übernahme des Behr-Konzerns einen Rekordumsatz ein, scheffelt Profite und konnte schon das nächste Unternehmen, Lektrika, übernehmen.

Die Geschäftsführung setzt damit zu einem Angriff auf die Tarifverträge insgesamt an, die ja in einzelnen Werken (z.B. den ehemaligen Behr-Werken) schon im Rahmen von Standort-„sicherungen“ unterlaufen werden. Für solche Werke würde der jetzige Angriff aber kaum Hoffnung zu einer Rückkehr in die Tarifverträge bringen.

Von der Wut …

Offensichtlich gibt es einige Empörung über die Unverschämtheit der Bosse. Der Stuttgarter Betriebsratsvorsitzende berichtet dazu, dass es bei der Betriebsversammlung eine Rekordbeteiligung von 700 Personen gab: „Wer so auf die Pauke haut, muss sich nicht wundern, wenn Emotionen hochkommen.“ (Stgt. Nachrichten 26.11.).

Aber gegen einen solchen Generalangriff reicht Empörung nicht aus! Kräftige Worte auf Betriebsversammlungen sind gut, wenn sie dazu führen, den Abwehrkampf zu organisieren. Natürlich muss auch überall, wo möglich, Sand in den Betriebsablauf gestreut werden, also Überstunden verweigert und Verhandlungen abgebrochen werden. Während eines derartigen Generalangriffs gibt es keinen „normalen Betriebsablauf“ mehr!

Aber letztlich wird das alles nicht reichen. Alle Vertrauensleute und Betriebsräte, ja alle Metallerinnen und Metaller müssen sich überlegen, mit welchen Maßnahmen den Bossen Einhalt geboten werden kann. Dazu eine einfache Überlegung: Die Tarifverträge und die 35-Stundenwoche wurden mit Streiks erkämpft. Also werden letzten Endes auch Streiks nötig sein, um sie zu verteidigen.

Ein flächendeckender Streik über alle Werke ist nicht leicht zu organisieren. Viele Leute müssen überzeugt werden. Damit kann aber sofort begonnen werden. Die Lage ist insoweit günstig, als im Januar die Tarifrunde der IG Metall beginnt. Dann gibt’s keine Debatten, ob erlaubt oder nicht. Dann sind Streiks nicht illegal! Berechtigt sind sie sowieso!

Das erfordert aber vermutlich noch Auseinandersetzungen in  der IG Metall. Die Erklärung der IG Metall Bezirksleitung Baden-Württemberg ist mehrdeutig: “Aus Sicht der IG Metall gibt es keinen Grund, die Arbeitsbedingungen zu verschlechtern.“ Und weiter: „Die IG Metall ist unter diesen Voraussetzungen bei einem Schlüsselunternehmen der baden-württembergischen Zulieferindustrie nicht zu Tarifabweichungen bereit.“ (Nach Stgt Nachr. vom 27.11.)

… zu Widerstand!

Das wirft Fragen auf: Unter welchen Voraussetzungen ist sie denn dazu bereit? Werden vielleicht die Mitglieder auch gefragt? Was sind diesen Bürokraten eigentlich ihre Tarifverträge wert? Wozu gibt es eine Gewerkschaft, wenn nicht dazu, die Interessen ihrer Mitglieder zu vertreten und einen solchen Kampf zu organisieren?

Den Beschäftigten in den Betrieben sind die Tarifverträge etwas wert! Deshalb: Die Sache in die eigene Hand nehmen und Versammlungen in den Abteilungen machen! Die Betriebsräte und Vertrauensleute in die Pflicht nehmen! Aktionskomitees bilden! Delegationen zu den IG Metall-Verwaltungsstellen schicken und sie auf die Forderungen der Belegschaften verpflichten. Jeder Schritt in diese Richtung ist ein Erfolg für alle!

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