Kämpferinnen für die Frauenbefreiung: Rosa Luxemburg

Frauenzeitung Arbeitermacht/REVOLUTION, März 2014

Rosa Luxemburg (5. März 1871  – 15. Januar 1919) ist die bekannteste revolutionäre Sozialistin des 20. Jahrhunderts. Schon 1893 gründete sie in Polen die SDKP (Sozialdemokratie des Königreichs Polen), war mehrere Male im Züricher Exil und stand schon früh in Verbindung zur damals größten Partei der 2. Internationale, der SPD.

1898 siedelte Rosa Luxemburg endgültig nach Berlin über, zum einen aufgrund der starken Repression gegen die Arbeiterbewegung in Polen, zum anderen sah sie ein größeres Potenzial in der deutschen SPD, die seit 1890 wieder legal arbeiten durfte und große Erfolge und Zulauf hatte. Anfangs galt Luxemburg als Expertin für polnische Angelegenheiten und machte v.a. unter polnischen ArbeiterInnen in Schlesien Wahlkampf, doch schnell wurde sie die Wortführerin des linken Flügels in der SPD. Schon früh kämpfte sie gegen den rechten Parteiflügel um Bernstein und die Reichstagsfraktion. Im „Revisionismusstreit“ verteidigte sie die Notwendigkeit der sozialen Revolution.

Gemeinsam mit Zetkin galt Luxemburg als der linke Flügel in der Partei, nach dem „Mannheimer Abkommen“ von 1907 (Trennung von gewerkschaftlichen und parteipolitischen Kämpfen) und der Ablehnung des Generalstreiks gegen den „Herero-Krieg“ (Kolonialkrieg) 1910, brach Luxemburg endgültig mit dem Zentrum der Partei, zusammen mit Karl Kautsky.

In der SPD und der 2. Internationale kämpfte sie gegen den drohenden Ausbruch des 1. Weltkriegs und rief zum Kampf gegen den imperialistischen Krieg auf. Dies „verhalf“ Rosa Luxemburg erneut zu einigen Gefängnisaufenthalten. Während die SPD und die deutschen Gewerkschaften (ADGB) die Kriegskredite für den 1. Weltkrieg bewilligten, entstand um sie, Zetkin, Liebknecht, Mehring und Jogiches der Kern der späteren KPD, der Spartakusbund.

In der Novemberrevolution von 1918 trat der Spartakusbund unermüdlich für den Aufbau von Räten nach dem Vorbild der Oktoberrevolution ein. Rosa Luxemburg war Chefredakteurin der „Roten Fahne“, Karl Liebknecht rief die sozialistische Republik aus. Die SPD, das Kapital und die Armeeführung nahmen daraufhin den gemeinsamen Kampf gegen die „Spartakisten“ auf. In diesen Revolutionsmonaten radikalisierten sich große Teile der Klasse. Die SPD unterstützte währenddessen eine bürgerliche Übergangsregierung und stellte auch die Mehrheit in den Arbeiter- und Soldatenräten, es gab Abkommen mit Kapital und Armee. Als Folge dessen wurden „Freikorps“ aufgestellt, welche ideologisch reaktionär-nationalistisch eingestellt waren und von diesen Kräften  geführt wurden, um die revolutionären Führer zu töten. So wurden Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht umgebracht.

Noch heute hat die Figur Rosa Luxemburg große Strahlkraft auf die Linke, sowohl als engagierte Kämpferin gegen Imperialismus und Krieg, aber auch als Revolutionärin, die den Kampf gegen den Reformismus in der eigenen Partei aufnahm.

Einige ihrer Werke:

1899 Sozialreform oder Revolution

1906 Massenstreik, Partei und Gewerkschaften

1916 Zur Krise der Sozialdemokratie (Junius-Broschüre)

1918 Unser Programm und die politische Situation (KPD Gründung)

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