Solidaritätsarbeit für Rojava – Zwischenbilanz

Peter Lenz, Neue Internationale Dez. 14/Jan. 15

Seit den Angriffen des „Islamischen Staates“ auf die KurdInnen in Kobanê gibt es Solidarität von linken Organisationen in Kassel. Um das Fazit vorweg zu nehmen: Was neu ist gegenüber zurückliegenden Jahren, wo wir auch schon solidarisch mit dem kurdischen Widerstand waren, ist die Offenheit der KurdInnen, ihre Bereitschaft, mit „deutschen“ Organisationen eng zusammenzuarbeiten.

Die NaO hat durch die Solidaritätsarbeit und die damit verbundene Spendenkampagne viel an Bekanntheit gewonnen, aber auch viel Erfahrungen gesammelt. In Kassel haben wir entschieden die Parole des Friedensforums „Waffen helfen nicht“ kritisiert. Gerade dadurch haben wir das Interesse der KurdInnen gerade in der Phase des Existenzkampfes geweckt. Einige Demonstrationen, an denen zwischen 150 und 800 Menschen beteiligt waren, sowie Veranstaltungen, zu denen 80 – 100 Leute kamen, haben wir in den letzten Monaten gemeinsam organisiert. Zuletzt hat sich ein breites Komitee „Solidaritätskomitee Rojava Kassel“ gebildet, dem etwa 10 Organisationen sowie Einzelpersonen angehören.

Hilfreich war auch die bundesweite Spendenkampagne der NaO, die bisher rund 70.000 Euro sammelte.

NaO, GAM und die kommunistische Jugendorganisation Revolution sind durchaus bekannt bei den KurdInnen. Wir haben das u.a. auf der Demo in FFM am 29. November gemerkt, als auch gezielt KurdInnen auf uns zukamen, um die NI zu kaufen.

Klar sollte aber auch sein, dass die KurdInnen auf allen Ebenen nach PartnerInnen suchen.

Politisch-ideologische Fragen und Diskussion

Der theoretische Lackmustest wird sein, ob wir mit den kurdischen GenossInnen in eine sachliche Diskussion über die theoretischen und politischen Ansätze der kurdischen Organisationen kommen. Das betrifft sowohl die Frauenfrage als auch den „demokratischen Föderalismus“ und seine Wurzeln, die Frage der Ökologie, die Frage nach Demokratie und Räten und insbesondere die Frage des Staates und damit auch die Frage der permanenten Revolution.

Wo wir bisher ins Leere stießen, waren Fragen nach einer Klassenanalyse durch kurdische Organisationen. Spätestens hier kommen auch methodische Unterschiede zum Tragen.

Welche Politik gibt es für die kurdischen Massen, die in den großen Städten der Westtürkei leben und welche Politik für gerade die jungen KurdInnen in Westeuropa (geschätzte 7 Millionen)?

All diese Fragen sind nicht aufgeworfen, um den Wissensdurst westeuropäischer revolutionärer SozialistInnen zu befriedigen; sie sind existentiell für den Kampf der KurdInnen.

Die GAM hat seit 1996 zahlreiche Texte veröffentlicht, die sich anfangs an der damals noch maoistisch-stalinistischen PKK abgearbeitet haben.

In den letzten zwei Jahren sind in der NI auch Artikel veröffentlicht worden, die die Politik der PYD in Kontext der arabischen Revolution darstellen. Diese Texte aus den Jahren 1996 bis 2014 wollen wir in einer Broschüre zusammengetragen, die über die Redaktionsanschrift bezogen werden kann.

Unterstützt die Kampagne “Solidarität mit Rojava! Waffen für JYG/YPJ!”

Aktuelles Spendenkonto:

www.waffenfuerrojava.org

www.nao-prozess.de

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